Grafik digitale Vernetzung
© Bayerische Polizei

Internet- und Wirtschaftskriminalität

Internet- und Wirtschaftskriminalität nehmen in der polizeilichen Arbeit einen immer größeren Raum ein.

Internetkriminalität

Unbestritten bringt das Internet viele positive Aspekte mit sich. Ob es „nur“ um die Verwaltung von Terminen oder aber um die Erledigung hochkomplexer Geschäftsprozesse geht – Hilfsmittel wie Computer, Notebook oder Smartphone bestimmen mehr und mehr unseren Alltag.

Der virtuelle Raum birgt aber auch erhebliche Risiken für die Wirtschaft, für die öffentliche Verwaltung und für jeden einzelnen Bürger. Diese neuen Gefahren spiegeln sich auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik wider: Die „klassischen“ Kriminalitätsformen gehen im Langzeitvergleich zurück. Parallel dazu spielt das Internet bei der Begehung von Straftaten eine immer größere Rolle.

2012 wurden in Bayern 21.963 Fälle registriert, bei denen das Internet als Tatmittel eingesetzt wurde. Das bedeutet eine Steigerung um 6,6 Prozent gegenüber 2011. Die Bandbreite reicht von Sexualdelikten wie dem Verbreiten pornografischer Schriften über Betrug bis hin zu Beleidigung.

Die Bayerische Polizei hat sich für diese neuen Deliktsformen organisatorisch und personell gut gerüstet und verfügt über das notwendige Know-How. Neben Schwerpunktkommissariaten und Netzwerkfahndern hat die Bayerische Polizei im vergangenen Jahr studierte Informatiker eingestellt, die zu echten Polizisten ausgebildet wurden (IuK-Kriminalisten).

Eine besondere Form der Internetkriminalität sind Cyber-Angriffe auf Rechnernetze. Auch hier nehmen die Gefahren zu. Um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger, aber auch von staatlichen Netzen und Unternehmen vor solchen Angriffen zu verbessern, hat Innenminister Joachim Herrmann am 11. April 2013 in der Regierungserklärung „Bayern digital – Sicherheit im Internet“ die neue Bayerische Cybersicherheitsstrategie vorgestellt. Die Strategie zielt darauf, alle Schutzpotenziale – ob im Bereich der Prävention, bei staatlichen und kommunalen Stellen oder in der Wirtschaft – zu mobilisieren.

Der beste Schutz gegen virtuelle Gefahren ist immer ein wirksamer Eigenschutz. Die Bayerische Polizei  und das Programm Polizeiliche Kriminalprävention  unterstützen die Bürgerinnen und Bürger mit wertvollen Tipps. Aber auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)   klärt detailliert über Risiken auf und gibt wichtige Präventionshinweise.

Wirtschaftskriminalität

Bayern – ein Land, das für Innovation und High-Tech steht – braucht vor allem auch einen wirksamen Schutz vor Wirtschaftskriminalität. Anlage- und Finanzierungsdelikte, Wettbewerbsdelikte, Insolvenzstraftaten oder Abrechnungsbetrug führten bei bayerischen Unternehmen zu gewaltigen Schäden.

2012 waren es über 525 Millionen Euro. Damit verursachten Wirtschaftsdelikte über 56 Prozent der registrierten Gesamtschadens, obwohl sie nur knapp 1,8 Prozent der Gesamtkriminalität ausmachen; diese Millionen stehen der Wirtschaft für wichtige Forschungsaufträge und Investitionen nicht mehr zur Verfügung. Wirtschaftskriminalität hat aber neben den gravierenden volkswirtschaftlichen auch sozialpolitische Folgen. Dazu gehören Wettbewerbsverzerrungen, Arbeitsplatzverluste und auch Vertrauensverluste im internationalen Wettbewerb. Damit, verbunden sind Auftragsrückgänge.

Die Bayerische Polizei hat sich im Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität organisatorisch wie ermittlungstaktisch gut aufgestellt. Neben den bewährten Schwerpunktkommissariaten wurden in Bayern - analog zu den IuK-Kriminalisten – Betriebswirte eingestellt und zu Polizisten qualifiziert (Wirtschaftskriminalisten).