Kombinierter Verkehr auf der Schiene
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Kombinierter Verkehr

Angesichts knapper Ressourcen und vor dem Hintergrund des Klimawandels muss Mobilität nachhaltig gestaltet werden. In diesem Zusammenhang bekennt sich Bayern zum kombinierten Verkehr und sorgt für ein leistungsfähiges Netz von Umschlaganlagen.

Intelligente Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger

Zur nachhaltigen Gestaltung von Mobilität kann der kombinierte Verkehr in Zukunft einen noch viel größeren Beitrag leisten. Um den Transport von Gütern so umweltschonend und kosteneffizient wie möglich abzuwickeln, müssen die unterschiedlichen Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasser und Luft optimal miteinander verknüpft werden. Dabei sind Bahn und Schiff primär bei großen Distanzen und hohen Verkehrsleistungen wirtschaftlich einsetzbar. Der zeitlich und räumlich flexible LKW ist besonders für die kleinräumige Verteilung im Vor- und Nachlauf geeignet.

Terminalnetz in Bayern

Die Wirtschaftlichkeit des kombinierten Verkehrs hängt entscheidend davon ab, dass in der Transportkette optimale Schnittpunke zwischen den Verkehrsträgern vorhanden sind. In allen Teilen Bayerns gibt es bereits ein leistungsfähiges Netz von Umschlaganlagen. Die Mengenentwicklung in den bestehenden Terminals bestätigt klar die Bedeutung dieses Transportbereichs. Hier liegt weiteres Potential für den Schienengüterverkehr. In Ergänzung zum Terminalprogramm des Bundes fördert die Bayerische Staatsregierung seit Jahren die Ausweitung der Kapazitäten.

Unter anderem wurden folgende Projekte durch das Staatsministerium gefördert, um mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern:

Holztransportlogistik:

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik hat gemeinsam mit der Fachhochschule Rosenheim und der WASP Logistik-GmbH das Projekt „Untersuchung der Innovationspotentiale für gebrochene Verkehre in der Holztransportlogistik – Holztransport auf der Schiene in Bayern“ entwickelt um speziell die bayerischen Holztransporte vermehrt auf die Schiene zu verlagern und damit den Straßenverkehr weiter zu entlasten.

Ziel des Projektes ist es, den ökonomischen Nutzen der Schiene bei Holztransporten bereits auf Distanzen unter 200 km in Bayern zu belegen. Hierfür wäre ein möglichst großes Angebot an geeigneten Umschlaganlagen für Rundholz erforderlich. Alternativ müssten die Umschlagmengen intelligent, z.B. mittels IuK-Systemen, an den Umschlaganlagen gebündelt werden. Dies erfordert eine stärkere, schnittstellenübergreifende Zusammenarbeit (digitale Vernetzung) der Akteure entlang der Holzbereitstellungskette.

 

More/KV:

Das Projekt „MORE/KV“ der Studiengesellschaft für den Kombinierten Verkehr e.V. (SGKV), setzt zur stärkeren Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene bei der Berufsausbildung an. Die Bereitstellung von Informationen und die Qualifizierung angehender Logistiker und Spediteure in Bayern sind die Kernaufgabe des Projektes.

Angehende Logistiker sollen dazu befähigt werden, den Markt des Kombinierten Verkehrs ganzheitlich abzubilden und zu bewerten, um Kunden geeignete Transportangebote vorlegen zu können. Die Grundlagen für das Verständnis des komplexen Transportsystems des kombinierten Verkehrs müssen so früh wie möglich, und daher am besten bereits in der Berufsausbildung gelegt werden. Mit dem Projekt planen die Fördernehmer die Attraktivität des Kombinierten Verkehrs bei Schülern und Auszubildenden durch die Verbesserung des Bekanntheitsgrads und des „Green-Image“ des Kombinierten Verkehrs zu steigern.

 

Containerbinnenschiff-Shuttle Aschaffenburg:

Ein Binnenschiff-Shuttle soll zwischen den Standorten Aschaffenburg und Mainz installiert werden, um die Region mit allen Westhäfen (d.h. Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam) zu verbinden.

Das Projekt dient der Verlagerung des Gütertransportes von der Straße so früh wie möglich auf die Wasserwege und mittelbar auch auf die Schiene. Mit dem neuen Shuttle-Konzept soll bereits in den ersten zwölf Monaten eine Beförderungsleistung in Höhe von ca. 16 Mio. Tonnenkilometer von der Straße auf die Wasserstraße verlagert werden. Somit wird der Straßenverkehr entlastet und ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der verkehrspolitischen Ziele des Freistaates Bayern geleistet. Über die feste fahrplanmäßige Verbindung können auch Leercontainer aus den Westhäfen nach Aschaffenburg transportiert werden, um dann auf einem Zugsystem in die exportstarken Regionen wie Nürnberg oder Regensburg transportiert zu werden. Dies stärkt die Versorgungssicherheit mit Containern in Bayern und ist eine sinnvolle ökologische und ökonomische Alternative zu den bestehenden Straßentransporten.

 

KV-Barometer:

Ziel des Projektes „KV-Barometer“ der Studiengesellschaft für den Kombinierten Verkehr e.V. (SGKV), ist es, durch transparente Informationen über den kombinierten Verkehr Hemmnissen zur Verlagerung von Gütern von der Straße auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger entgegenzuwirken.

Ein Hauptproblem dafür, dass nach wie vor ein Großteil aller Transporte auf dem Verkehrsträger Straße verbleibt, ist die Komplexität des Kombinierten Verkehrs, die mangelnde Informationsverfügbarkeit und ein mangelndes Vertrauen ins System des Kombinierten Verkehrs.

Die Vorteile und spezifischen Eigenschaften des Kombinierten Verkehrs, die Verfügbarkeit entsprechender Transportmittel, die Kosten und die Prozesse im Kombinierten Verkehr sollen für den Nutzer daher mittels des sog. „KV-Barometers“ transparenter und somit leichter verfügbar werden.  Auch die Kennzahlen und –daten von Terminals und Operateuren im Kombinierten Verkehr sollen transparent dargestellt werden. Mittelbar soll dadurch auch der Wettbewerb angekurbelt werden, da sich nur durch eine ausreichende Kommunikation von Leistungen ein effizienter Wettbewerb erzeugen und aufrechterhalten lässt.

AlpInnoCT – Alpine Innovation for Combined Transport

Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr ist federführender Partner (sogenannter „Lead Partner“) des durch die EU geförderten Alpenraumprojektes „AlpInnoCT – Alpine Innovation for Combined Transport“.

AlpInnoCT baut auf vergangenen Initiativen und Projekten im Alpenraum auf, die sich mit dem europäischen und alpinen Güterverkehr befassen (z. B. die laufenden und bereits abgeschlossenen Projekte AlpFRail, TRANSITECTS, SusFreight, iMonitraf).

Das Projekt AlpInnoCT soll zu einem leichteren Zugang zum Kombinierten Verkehr (KV) beitragen und die Verbreitung dieser kohlenstoffarmen Transportmethode fördern. Unter KV wir der Transport von Gütern mit zwei oder mehr Verkehrsträgern ohne Wechsel des Transportgefäßes verstanden. Ziel des KV  ist es, durch Verknüpfung verschiedener Transportmittel die spezifischen Vorteile der einzelnen Verkehrsträger zu nutzen und so die Transportkette insgesamt gerade auch hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen zu optimieren.

Ziel der 15 Partner/Institutionen aus Deutschland, Italien, Österreich, Slowenien und der Schweiz im EU-Projekt ist es, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des KV durch eine ganzheitliche und transnationale Optimierung zwischen allen an der Transportkette Beteiligten, beizutragen.

Das Projekt ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert, welche unter anderem folgende Aufgabenstellungen für die beteiligten Partner vorsehen:

  • Analyse von kombinierten Verkehrsprozessen. Dies beinhaltet die Optimierung der Schlüsselaktivitäten aller Transportkettenteilnehmer, einschließlich Transportmittel, Zeitpläne, Routenprofile, Infrastruktur und Transportvolumen.
  • Durchführung einer Analyse der Trends in industriellen Produktionsprozessen als Grundlage für die Entwicklung innovativer, flexibler und marktorientierter Dienstleistungen im Kombinierten Verkehr im Alpenraum.
  • Modellentwicklung für einen optimierten kombinierten Verkehrsprozess, dabei soll Know-how aus industriellen Produktionsprozessen auf den kombinierten Transportprozess übertragen werden, um die Effizienz zu steigern und die CO2-Emissionen zu senken.
  • Schaffung einer Wissensplattform für kombinierte Transport- und Produktionsprozesse für unterschiedliche Zielgruppen und Benutzer.
  • Durchführung der Evaluierung von spezifischen Maßnahmen für den kombinierten Verkehr, die im Modell für einen optimierten kombinierten Transportprozess entwickelt wurden.

 

Die wichtigsten Eckdaten des Projektes:

  • Förderprogramm: Alpine Space Programm / Europäische Territoriale Zusammenarbeit 2014-2020
  • Vertragslaufzeit: Herbst 2016 bis Ende 2019
  • Antragsteller und federführender Partner: Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, Sachgebiet IIE1

Finanzelle Informationen:

  • Gesamtbudget: € 3.088.271,93
  • Anteil der *EFRE-Kofinanzierung: € 2.548.531,13
  • Anteil der Projektpartner: € 449.740,80
  • Nicht förderfähiger Anteil (Partner aus der Schweiz): € 90.000,00

Projektpartner:

  • Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr
  • Bayernhafen GmbH & Co. KG
  • Eberl Internationale Spedition GmbH & Co. KG
  • TX Logistik AG, Italia
  • Amt der Kärntner Landesregierung
  • Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Österreich
  • CIPRA International Lab GmbH
  • Triest Port Authority
  • Autonomous Region of Friuli Venezia Giulia
  • Consorzio ZAI Interporto Quadrante Europa
  • Regional Union of the Chambers of Commerce of Veneto - Eurosportello
  • European Academy of Bolzano
  • University of Maribor – Faculty of Civil Engineering, Transportation Engineering and Architecture
  • Institute of Traffic and Transport Ljubljana
  • Alpen-Initiative

Observer:

Darüber hinaus wird eine Reihe von interessierten Observern das Projekt fachlich begleiten.

 

*EFRE - Europäischer Fonds für regionale Entwicklung