Verkehrsentwicklung

Im Personenverkehr wird die Verkehrsleistung bis 2025 um mehr als ein Fünftel zunehmen, beim Güterverkehr wird sogar mit einer Steigerung der Transportleistung von über 50 Prozent gerechnet. Bayern setzt angesichts dieses sehr hohen Verkehrswachstums auf einen bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Bisherige Verkehrsentwicklung

Verkehr ermöglicht Mobilität und gewährleistet die Chancen, an sozialen und wirtschaftlichen Austauschprozessen teilzuhaben. Ein gut ausgebautes, funktionstüchtiges Verkehrsnetz ist dabei für ein modernes Industrieland im Herzen Europas von elementarer Bedeutung. Grundlage für die Darstellung der Verkehrsentwicklung auf Straßen sind die Straßenverkehrszählungen, die deutschlandweit turnusmäßig alle fünf Jahre stattfinden. Die letzte Straßenverkehrszählung wurde im Jahr 2010 durchgeführt.

Verkehrsentwicklung auf bayerischen Straßen
© Bayerische Staatsbauverwaltung

Auf allen Straßen in Bayern hat der Verkehr zugenommen, am deutlichsten auf den Autobahnen. Dort hat sich der Verkehr in den letzten 30 Jahren verdoppelt und in den letzten 45 Jahren vervierfacht. Der leichte Rückgang der Verkehrsbelastung zwischen den Jahren 2005 und 2010 resultiert einerseits aus den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise; andererseits resultiert er aus den unterdurchschnittlichen Verkehrsbelastungen auf einigen neuen Autobahnteilstücken. Auf den Autobahnen, die bereits 2005 befahren werden konnten, hat der Gesamtverkehr von 2005 bis 2010 leicht um 1,1 Prozent auf 47.860 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden zugenommen.

Die Ergebnisse der Straßenverkehrszählungen sowie weitere Informationen zur Verkehrsentwicklung auf unseren Straßen finden Sie in BAYSIS, dem bayerischen Straßeninformationssystem.

Im Bereich Schiene verfügt Bayern über ein Streckennetz von mehr als 6.000 Kilometern Länge. Über 1.000 Stationen werden im Schienenpersonennahverkehr bedient. Der Bayern-Takt mit seinem stündlichen Grundangebot ist mit wenigen Ausnahmen bayernweit verwirklicht worden. Sein Leistungsvolumen wurde deutlich und stetig ausgeweitet von 82 Millionen Zugkilometer im Jahr 1995 auf nunmehr über 120 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Das heißt, seit der Bahnreform hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft das Fahrplanangebot um über 46 Prozent erweitert. Kein anderes Bundesland verzeichnet ein solches Leistungsvolumen.

Das Ziel, die verkehrliche Einbindung Bayerns in den deutschen und europäischen Wirtschaftsraum weiter zu verbessern, verlangt leistungsfähige Schienenverkehrsverbindungen, die in den wichtigsten Verkehrsrelationen einen Neu- und Ausbau von Eisenbahnstrecken erforderlich machen. Notwendig sind zudem der Erhalt und die bedarfsgerechte Erweiterung der bestehenden Eisenbahninfrastruktur.

Verkehrsprognose 2025

Entwicklung des motorisierten Personenverkehrs in Bayern (Verkehrsleistung)
© Bayerische Staatsbauverwaltung

Laut Verkehrsprognose Bayern 2025 wird in Bayern die Verkehrsleistung des motorisierten Personenverkehrs zwischen 2007 und 2025 um 22,5 Prozent ansteigen. Das höchste prozentuale Wachstum wird für den Luftverkehr prognostiziert. Auch bei der Schiene wird das Wachstum überproportional hoch ausfallen, so dass der Anteil der Personenverkehrsleistung, die auf der Schiene abgewickelt wird, von rund 8 Prozent auf über 10 Prozent ansteigt. Der Anteil der Straße am Modal-Split (Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) wird leicht sinken von derzeit knapp 89 Prozent auf 85,4 Prozent. Mit diesem weiterhin sehr hohen Anteil von über 80 Prozent bleibt die Straße jedoch Verkehrsträger Nummer Eins bei der Verkehrsleistung im motorisierten Personenverkehr.

Entwicklung des Güterverkehrs in Bayern (Güterverkehrsleistung)
© Bayerische Staatsbauverwaltung

Bei der Güterverkehrsleistung in Bayern geht die Prognose von einer Steigerung um über 53 Prozent bis zum Jahr 2025 aus. In Deutschland soll sich bis zum Jahr 2050 die Transportleistung im Güterverkehr sogar mehr als verdoppeln. In Bayern wird derzeit über 72 Prozent der Güterverkehrsleistung über die Straße abgewickelt, die Schiene übernimmt gut 25 Prozent und die Binnenschifffahrt 2,4 Prozent. Laut Prognose wird die Schiene allerdings leichte Verluste beim Modal-Split hinnehmen müssen (24,5 Prozent in 2025), während der Anteil der Straße an der Güterverkehrsleistung bis 2025 leicht auf 73,6 Prozent zunehmen wird. Die größten Zuwächse werden bis 2025 beim Verkehrsträger Straße erwartet.