Gelb markierte Baustellenverkehrsführung am Autobahndreieck Würzburg West
© Jonas Miller, Fotographie

Bauen unter Verkehr

Baustellen sollen so geplant und eingerichtet werden, dass der fließende Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird. Die wesentlichsten Grundsätze sind:

  1. Eine sorgfältige Koordination der Arbeitsstellen untereinander.
  2. Die Arbeiten weitestgehend in verkehrsschwache Zeiten legen.
  3. Eine optimierte Verkehrsführung innerhalb der Baustelle.
  4. Möglichst kurze Bauzeiten vertraglich vereinbaren, bei denen das Tageslicht im Sommer ausgenutzt und auch am Samstag gearbeitet wird. Gegebenenfalls auch Nachtarbeiten oder Arbeiten rund um die Uhr im Mehrschichtbetrieb vorsehen.
  5. Finanzielle Anreize für die Firmen vereinbaren, damit die Arbeitsstellen möglichst schnell abgewickelt werden. Bei einer Verkürzung der vertraglichen Bauzeit erhält die Baufirma eine zusätzliche Vergütung, bei einer Fristüberschreitung wird die Vergütung gekürzt
Zur Durchführung von Deckenbauarbeiten auf der A 9 wurden die beiden linken Fahrtstreifen gesperrt. Die Arbeiten erfolgen nachts wenn das Verkehrsaufkommen gering ist.
© Autobahndirektion Nordbayern

Die Durchführung von länger andauernden Arbeitsstellen einschließlich der provisorischen Verkehrsführungen im Bereich der Arbeitsstellen werden von den Staatlichen Bauämtern und Autobahndirektionen im Detail vorgeplant und mit dem behördeninternen Baustellenkoordinator abgestimmt.

Die wichtigsten Hilfsmittel zur Planung von Arbeitsstellen wurden Anfang 2011 in dem "Leitfaden des Bundes zum Arbeitsstellenmanagement auf Bundesautobahnen" zusammengefasst. Der Leitfaden ist unter Beteiligung Bayerns erarbeitet worden.

Mit einem IT-gestütztes Arbeitsstellenintegrationssystem (ArbIS) soll künftig ein umfassendes Arbeitsstellenmanagement erfolgen. Alle Arbeitsstellen, ob kurzzeitige Tagesbaustellen oder länger andauernde Ausbaumaßahmen, können so optimal aufeinander abgestimmt werden.

sechsstreifiger Ausbau der A 3 im Bereich der Landesgrenze Baden Württemberg und Würzburg-Kist mit jeweils zwei gelb markierten Fahrspuren je Richtung
© Jonas Miller, Fotografie

Dieses Tool ermöglicht eine fundierte Planung, Koordinierung und Bewertung der verkehrlichen Auswirkungen der Arbeitsstellen auf dem Autobahnnetz und im nachgeordneten Straßennetz. Die Arbeitsstellen können so optimiert geplant, aufeinander abgestimmt und abgewickelt werden. Mit ArbIS lassen sich Baustellen bedingte Einschränkungen im Verkehrsfluss im Voraus erkennen, da ArbIS die künftige Verkehrslage nicht nur im Arbeitsstellenbereich, sondern auch im umliegenden Straßennetz abschätzen kann. Damit kann bei ungünstigen Situationen der Verkehr vorausschauend auf mögliche Ausweichrouten umlenkt werden. Verkehrsstörungen durch Arbeitsstellen im Straßennetz sollen mit ArbIS weiter reduziert werden.