Verkehrsmeldestelle Bayern
© Bayerische Polizei

Verkehrswarndienst der Bayerischen Polizei

Seit dem 1. April 1971 übernimmt die Bayerische Polizei den Verkehrswarndienst, zunächst mit der Verkehrslagemeldestelle Süd und später mit der Verkehrsmeldestelle Bayern, die seit 2008 beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd angesiedelt ist.

Mit der Zunahme des Verkehrs nahmen auch die Verkehrsstörungen und die Anzahl der Verkehrsmeldungen zu: Wurden von 1979 bis Mitte 1980 insgesamt etwa 20.000 Verkehrsmeldungen verarbeitet, waren es allein im Jahr 2012 fast 335.000.

Mit der Anzahl der Verkehrsmeldungen stiegen auch die Anforderungen an Technik und Personal. Aus der telefonischen Weitergabe der Meldungen an den Rundfunk hat sich ein komplexes System der Datenverarbeitung entwickelt, mit dem Meldungen erfasst und an eine Vielzahl von Abnehmern weitergegeben werden.

Aktuell wird im Verkehrswarndienst noch der technische Standard „Radio Data Systems-/Traffic Message Channel- (RDS-/TMC-)“ verwendet, der in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Dieser stößt mittlerweile an seine Grenzen. Mit dieser Technik können nur Meldungen zu vordefinierten Orten und Streckenabschnitten weitergegeben werden. Systeme, die auf Basis einer Geokodierung arbeiten und beliebige Koordinaten darstellen können, sind deutlich genauer.

Wesentliches Element des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil - sicher ans Ziel“ ist es daher, die Software zu modernisieren, die bei der Verkehrsmeldestelle verwendet wird. Damit soll künftig die Weitergabe punktgenauer Meldungen möglich sein.

Um die Qualität der Meldungen zu verbessern, werden außerdem laufend neue Meldungsquellen erschlossen. Zu Anfang des Verkehrswarndienstes beruhten die Meldungen noch allein auf den Beobachtungen der Autobahnstreifen der Polizei. Als Informationsquelle werden inzwischen auch die Daten der Kontaktschleifen zu Geschwindigkeiten und Fahrzeugmengen auf Autobahnen genutzt. Auch die Erkenntnisse von Staumeldern wie den BayernDrivern des Bayerischen Rundfunks, des ADAC  oder von Antenne Bayern gehen in das Meldungsmanagement ein. Außerdem tauscht die Verkehrsmeldestelle Bayern mit allen Bundesländern und mit ausländischen Verkehrszentralen (Österreich, Schweiz, Südtirol) Daten über die Verkehrslage aus. Dazu kommen Informationen des Deutschen Wetterdienstes, des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) sowie der Straßenbaubehörden.

Aus all diesen Quellen ergibt sich eine umfassende Verkehrslage. Diese wird von der Verkehrsmeldestelle ausgewertet, bewertet und anschließend als Verkehrsmeldungen kostenlos an alle Abnehmer in Bayern verteilt. Angeschlossen sind (unter anderem der Rundfunk, der ADAC und Internetdienste). Über Radio und Navigationsgeräte gelangen diese Informationen anschließend zu den Verkehrsteilnehmern.

Mit der Modernisierung der Meldesoftware und der Erschließung zusätzlicher Meldequellen, etwa der bei Speditionen eingesetzten Flottenmanagementsystemen,  wird der Verkehrswarndienst in Zukunft noch schneller und präziser vor Gefahren warnen und über Verkehrsbehinderungen informieren können. Damit kann er auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zu sicherer Mobilität in Bayern leisten.