Neuauflage der Informationsbroschüre 'Nein zu Nazis & Co.'

München, 28. Juni 2017 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat in München die Neuauflage der Broschüre 'Nein zu Nazis und Co' vorgestellt. Die Broschüre kann über den Broschürenversand der Bayerischen Staatsregierung bestellt werden.

Broschüre 'Nein zu Nazis und Co.'- Titelbild
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Herrmann: "Die rechtsextremistische Szene setzt alles daran, ihre Ideologie insbesondere unter jungen Menschen zu verbreiten. Zunehmend setzt sie dabei auf die Nutzung der sozialen Medien und auf Aktivitäten, die einen 'Event-Charakter' haben. Damit üben Neonazis auf die junge Generation oft eine höhere Anziehungskraft aus als mit klassischen rechtsextremistischen Parteistrukturen." Die neu aufgelegte Broschüre  informiert über diese neuen Erscheinungsformen und Gruppierungen, wie zum Beispiel über die Identitäre Bewegung. Dabei deckt sie Ziele, Taktiken und Strategien der Neonazi-Szene auf. Für Eltern, Lehrer und in der Jugendarbeit Tätige hält sie Verhaltenstipps und Ansprechpartner bereit, falls Jugendliche in Kontakt mit rechtsextremistischen Anwerbeversuchen kommen. Sie ist damit ein wichtiger Baustein in der Strategie der Staatsregierung gegen Rechtsextremismus. Die Broschüre 'Nein zu Nazis und Co', die zum ersten Mal im Jahr 2011 erschien,  informiert seither über rechtsextremistische Agitation unter Jugendlichen und Heranwachsenden. Mittlerweile hat sie eine Auflage von mehr als 60.000 Exemplaren erreicht.

Antiasyl- und Antiflüchtlingsagitation im Fokus

Die Antiasyl- und Antiflüchtlingsagitation stellt mittlerweile einen Schwerpunkt rechtsextremistischer Propaganda dar. Die Aktivitäten der Rechtsextremisten reichen dabei von Hassparolen im virtuellen Raum über Flugblätter und Handlungsanleitungen zur Verhinderung von Asylbewerberunterkünften bis hin zu gewalttätigen Übergriffen. Ziel der Rechtsextremisten ist es, Ängste in der Bevölkerung vor einer angeblichen Überfremdung zu schüren und damit eine breitere Akzeptanz ihrer Ideologie zu erreichen.

Strukturell hat sich die Szene stark gewandelt: Durch das veränderte Sozial- und Kommunikationsverhalten entstehen in den neuen Medien und auch in der realen Welt neue Gruppierungen, die in ihrem Auftreten und in ihrer Kommunikation ganz bewusst an die veränderten Informationsgewohnheiten junger Menschen anknüpfen.