Innenminister Joachim Herrmann in einem Rettungswagen
© BRK, Matschke/Taheri

Pilotprojekt "Telenotarzt Bayern"

Straubing, 22. August 2018 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat heute in der Integrierten Leitstelle Straubing das Pilotprojekt „Telenotarzt Bayern“ gemeinsam mit den Krankenkassen und den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung vorgestellt. Ziel ist, eine noch bessere und schnellere Patientenversorgung im Notfall sicherzustellen.

„Fast zwei Monate lang wurde nun der Einsatz des Telenotarztes mit 21 Rettungswagen im gesamten Rettungsdienstbereich Straubing erprobt und die Rückmeldungen sind bisher äußerst positiv“, resümierte Herrmann. Durch innovative Telemedizin kann das behandelnde ärztliche oder nichtärztliche Personal auf Wissen eines zusätzlichen ärztlichen Experten, der nicht vor Ort ist, zurückgreifen. Dazu kann die Integrierte Leistelle den Telenotarzt als zusätzliches Einsatzmittel alarmieren. „Nach Abschluss der Evaluation wird entschieden, ob der Telenotarzt in ganz Bayern eingeführt wird“, erklärte Herrmann.

Datenübertragung in Echtzeit

Mit Einverständnis des Patienten können direkt vom Einsatzort oder aus dem Rettungswagen Videos, Fotos und Vitaldaten wie EKG-Werte in Echtzeit an den Telenotarzt übertragen werden. An seinem Arbeitsplatz in der Integrierten Leistelle kann er sich somit ein Bild von der medizinischen Situation vor Ort machen und beispielsweise lebensrettende Medikamente verordnen, noch bevor ein Notarzt beim Patienten eintrifft. „Der ‚Telenotarzt‘ kann so helfen, noch schneller Leben zu retten“, fasste Herrmann zusammen. „Dabei hat der Einsatz des Telenotarztes aber nicht zum Ziel, Notärzte vor Ort zu ersetzen. „Es geht uns vielmehr darum, diese bestmöglich zu unterstützen und wertvolle Zeit zu sparen“, so der Minister.

Unterstützung der Krankenkassen und Unfallversicherung

Nachdem im Dezember 2017 der Pilotbetrieb mit zwei Rettungswagen aufgenommen wurde, sind seit 1. Juli 2018 alle 21 Rettungswagen im Rettungsdienstbereich Straubing an den Telenotarzt angebunden. Finanziell unterstützt wird das Projekt von den Krankenkassen, den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung sowie mit Mitteln aus dem Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Das Pilotprojekt wird durch die IQ MEDWORKS GmbH in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und für Integration als oberster Rettungsdienstbehörde durchgeführt. Weitere Informationen rund um das Pilotprojekt finden Sie unter www.telenotarzt.bayern.