Die Feuerwehr rückt aus
© Kreisbrandmeister Daniel Eisen, Landkreis Ebersberg

Statistik der Feuerwehren Bayerns - Kurzbericht (2015)

Im Freistaat Bayern sind im Jahr 2015 die Feuerwehren 218.000-mal über Wachalarm, Sirene oder Meldeempfänger alarmiert  worden. Rein rechnerisch entspricht dies einem Einsatz alle zweieinhalb Minuten. Zusätzlich wurden noch rund 30.000 Brandsicherheitswachen geleistet.

Damit ist die Einsatzbelastung für die haupt- und zum großen Teil ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden gegenüber dem Vorjahr höher ausgefallen. Die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner wurden zu rund 17.000 Bränden, 117.000 Technischen Hilfeleistungen und 61.000 Rettungsdiensteinsätzen gerufen. Bei gut einem Zehntel der Einsätze rückten sie jedoch vergeblich aus. Bedauerlich ist immer noch die sehr hohe Zahl von über 23.000 Fehlalarmen, weil jede Alarmierung gerade die Helferinnen und Helfer bei den Freiwilligen Feuerwehren belastet; da sie entweder von Ihrem Arbeitsplatz, aus ihrer Freizeit oder auch der Nachtruhe zum Einsatz gerufen werden. Die wesentliche höhere Zahl der Technischen Hilfeleistungen gegenüber dem Berichtsjahr 2014 erklärt sich im Wesentlichen dadurch, dass über ein Zehntel der Einsätze im Freistaat Bayern im Laufe des vergangenen Jahres durch Wetterfolgen (insbesondere durch das Orkantief „Niklas“ Ende März 2015) verursacht wurden.

Diese wichtigen Leistungen für die Allgemeinheit sind von 7.674 Freiwilligen Feuerwehren, 7 Berufsfeuerwehren sowie 168 Werk- und 51 Betriebsfeuerwehren im Freistaat erbracht worden. Hier leisten rund 323.000 Personen, davon knapp 313.000 ehrenamtlich, aktiven Feuerwehrdienst. Erfreulich ist auch, dass die Anzahl der weiblichen Dienstleistenden mit über 27.000 Feuerwehrfrauen kontinuierlich zunimmt. Dieses hohe Potenzial ist unter anderem auch der nicht unerheblichen Jugendarbeit in über 5.300 Jugendgruppen mit rund 49.000 Mitgliedern zuzuschreiben, wobei hier der Anteil der weiblichen Mitglieder schon rund ein Viertel beträgt.

Im letzten Jahr konnten die Feuerwehren 1.698 Mitbürgerinnen und Mitbürger bei Bränden retten. Über Feuerwehrleitern wurden zusätzlich 1.640 Personen gerettet. Für 122 Opfer kam jedoch jegliche Hilfe zu spät, sie konnten nur noch tot geborgen werden. Beide Zahlen zeigen, welche Bedeutung weiterhin die Menschenrettung bei Bränden einnimmt.

Bei den technischen Hilfeleistungen und Verkehrsunfällen ist eine Zunahme bei der Personenrettung im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres zu vermelden. So konnten die Feuerwehrleute 12.960 Bürgerinnen und Bürger retten. Bei 1.946 Personen war keine Hilfeleistung mehr möglich, sie konnten nur noch tot geborgen werden. Bei der organisierten Ersten Hilfe („First Responder“) konnte 9.811 Personen von den Feuerwehrdienstleistenden geholfen werden, für 524 Menschen kam auch diese schnelle Hilfe leider zu spät.

Neben der aufgeführten Abdeckung der Pflichtaufgaben wurden die Feuerwehren knapp 21.000-mal in anderen Fällen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Brandschutzerziehung, Verkehrsabsicherung, etc.) für die Allgemeinheit tätig.

Dieses Engagement der vielen Helfer, die selbstlos und oft unter Einsatz ihrer Gesundheit oder ihres Lebens den Dienst für die Gemeinschaft verrichten, hat auch seinen Preis: So wurden im Berichtsjahr 2015 nach Angaben der Kommunalen Unfallversicherung Bayern hauptsächlich 2.131 Feuerwehrdienstleistende beim Einsatz- und Übungsdienst verletzt. Leider war dabei auch ein tödlicher Unfall im Feuerwehrdienst zu verzeichnen. Nur ein sehr geringer Teil der Fälle waren Wegeunfälle.

Der Freistaat Bayern fördert den Brandschutz und den Technischen Hilfsdienst. 2015 wurden an die Gemeinden und Landkreise für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und -geräten sowie den Bau von Feuerwehrgerätehäusern staatliche Zuschüsse in Höhe von über 33 Millionen Euro ausbezahlt.