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Der Bayerische Lawinenwarndienst

Die Zahl der Tiefschneefahrer und Tourengänger wächst - und damit auch die Gefahr von Lawinenunglücken. Oft werden die Gefahren unterschätzt: Denn Lawinen können nicht nur in den strengen Wintermonaten abgehen, sondern auch bis weit in das Frühjahr und zum Teil in den Sommer hinein.

Deshalb, liebe Wintersportler: Strapazieren sie Ihren Schutzengel nicht unnötig! Seien Sie sich der Gefahr durch Lawinen bewusst, fahren Sie nicht abseits der gesicherten Pisten und informieren Sie sich als Tourengänger regelmäßig mit dem Lawinenlagebericht.

Mehr als 45 Jahre Lawinenwarndienst Bayern

Logo Lawinenwarndienst Bayern © Lawinenwarnzentrale

 Bereits 1967 hat das Innenministerium den bayerischen Lawinenwarndienst gegründet. Der Lawinenwarndienst dokumentiert das Lawinengeschehen, warnt die Bevölkerung und unterrichtet und berät Behörden sowie private Stellen.

Mehr als 45 Jahre bayerischer Lawinenwarndienst bedeuten eine erfolgreiche Bilanz: 

  • Der Lawinenwarndienst beurteilt Gefahrensituationen sorgfältig und wendet Sicherungsmaßnahmen konsequent an.
  • Unkontrollierte Lawinenabgänge in erschlossenen Skigebieten, auf freigegebenen Pisten und Abfahrten wurden weitgehend vermieden.
  • Auch mit ein wenig Glück des Tüchtigen gab es keinen tödlichen Lawinenunfall in überwachten Gebieten. Zum Vergleich: Im nicht von den Lawinenkommissionen überwachten Bereich waren im gleichen Zeitraum über 110 (!) Tote zu beklagen.

Organisation des Lawinenwarndienstes auf kommunaler Ebene

Auf kommunaler Ebene gibt es 35 örtliche Lawinenkommissionen mit derzeit rund 350 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern.

Die Lawinenkommissionen bestehen aus ortskundigen, bergerfahrenen und lawinenkundigen Mitglieder, die nach Möglichkeit ständig erreichbar sind. Neben Bediensteten der Landratsämter und Gemeinden wirken auch Angehörige von Bergbahnen, Bergwacht und DSV-Skiwacht, Polizei, Wasserwirtschafts-, Straßenbau- und Forstverwaltung sowie Bundeswehr mit. Ganz wesentlich ist auch die Mitarbeit von Freiberuflichen, Hüttenwirten, Bergführern und Ruheständlern.

Lawinenkommissionen werden nur dort zuständig tätig, wo die Sicherheitsbehörde in der Verantwortung steht. Deshalb werden Gebiete, die abseits von Verkehrswegen, Skipisten und Loipen liegen, von den Lawinenkommissionen nicht überwacht.

Die Lawinenkommissionen beurteilen die aktuelle Lawinensituation vor Ort. Die Kommissionsmitglieder selbst besitzen keine hoheitlichen Rechte und können selbst keine Anordnungen treffen. Sie sind ein beratendes Gremium und liefern mit ihren Empfehlungen die Grundlage für die Entscheidungen der örtlichen Sicherheitsbehörden (Gemeinden und Landratsämter).

Die örtlichen Sicherheitsbehörden entscheiden über Maßnahmen zur Abwehr von Lawinengefahren, insbesondere zum Schutz der Bevölkerung. Auf Anordnung der Sicherheitsbehörden können zum Beispiel Straßen, Liftanlagen, Skiabfahrten oder Langlaufloipen gesperrt und sogar Siedlungsbereiche evakuiert werden.

Organisation des Lawinenwarndienstes auf Landesebene

Die Lawinenwarnzentrale ist im Bayerischen Landesamt für Umwelt angesiedelt. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere

  • die Erstellung des täglichen Lawinenlageberichts (Lawinenwarnung im überörtlichen Bereich),
  • die allgemeine Organisation und Koordinierung des Lawinenwarndienstes,
  • die Ausbildung der örtlichen Lawinenkommissionen,
  • der Betrieb der Messnetze und die Bereitstellung aktueller Daten,
  • die Beurteilung von Lawinengefährdungen und die lawinenkundliche Begutachtung im Rahmen der Flächennutzungs- und Bauplanung,
  • das Mitwirken bei der Konzeption und bautechnischen Planung von Lawinenschutzmaßnahmen.

Den Lawinenkommissionen und der Lawinenwarnzentrale steht in Bayern ein umfassendes Netz an Mess- und Beobachtungsstationen zur Verfügung. Diese liefern Daten zur aktuellen Beurteilung der Wetter, Schnee- und Lawinensituation: Sechs stationsgebundene (Früh-)Beobachter, 14 nicht stationsgebundene (Nachmittags-)Beobachter, 19 Schneemessfelder, an denen die Schneedecke analysiert wird, sowie 16 automatische Messanlagen liefern rund um die Uhr aktuelle Messwerte.

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