Ordensaushändigung

Erlangen, 6. August 2012 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Norbert Kleinsorge und Hans Wölfel mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Heidemarie Löb und Jutta Triantafyllidis wurden mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern ausgezeichnet und Gisela Niclas und Karl Köhler mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze.

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesrgeierung, Julia Fassbender

Staatsminister Joachim Herrmann hat die Auszeichnungen heute in Erlangen ausgehändigt.

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wird seit 1994 als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es erhalten Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und in der Regel mindestens 15 Jahre umfassen.

Mit der Kommunalen Verdienstmedaille werden Persönlichkeiten geehrt, die sich insbesondere durch langjährige Tätigkeit als kommunaler Mandatsträger oder in anderen kommunalen Ehrenämtern um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben.

Norbert Kleinsorge (77) aus Baiersdorf, Landkreis Erlangen-Höchstadt

Ordensaushändigung am 6. August 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Norbert Kleinsorge
© Stadt Erlangen

Norbert Kleinsorge wirkt seit 1961 in der Pfarrei St. Josef Baiersdorf als Lektor und Kommunionhelfer in den Gottesdiensten mit und war Mitbegründer der Jungen Familie und Mitglied in der Katholischen Aktion, dem Vorläufer des heutigen Pfarrgemeinderates. Von 1971 bis 2006 war er fast ununterbrochen Mitglied im Pfarrgemeinderat, von 1971 bis 1978 dessen Vorsitzender. Er initiierte u.a. den Umbau der alten Kirche zum heutigen Turmsaal mit Anbau. Seit 2006 ist er Mitglied in der Kirchenverwaltung der Katholischen Kirchenstiftung St. Josef. In seine Amtszeit fällt auch die kürzlich erfolgreich abgeschlossene Generalsanierung der Kindertagesstätte St. Josef. Er ist zudem Mitglied des Gemeinsamen Verwaltungsausschusses des Pfarreiverbundes Erlangen Nord-Ost und gehört dem Kirchenchor St. Cäcilia an. Von 1971 bis 1990 und wieder seit 1999 ist Herr Kleinsorge Mitglied im Stadtrat. Ganz besonders setzt sich Herr Kleinsorge für die Seniorenarbeit in Baiersdorf ein. Als dessen Gründungsmitglied übernahm er von 1997 bis 2009 Verantwortung als erster Vorsitzender. Er hat die Seniorenarbeit in einzigartiger Weise gefördert und vorangebracht. Realisiert wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl von Projekten wie z.B. der PC-Stammtisch für Senioren, das Aufstellen von Ruhebänken im Stadtgebiet, die Einrichtung eines regelmäßigen Fahrdienstes vor allem für Senioren aus den Ortsteilen, sowie ein Besuchsdienst, der die Senioren in ihren letzten Tagen betreut und begleitet. Von 1980 bis 2009 war Herr Kleinsorge zusätzlich Mitglied des Kreisseniorenbeirates des Landkreises Erlangen-Höchstadt als Vertreter für die Stadt Baiersdorf. Er war Redaktionsmitglied beim ersten Wegweiser für Senioren, den der Landkreis im Jahr 2002 veröffentlichte. Ferner ist er bestrebt, als Mitglied im Städtepartnerschaftsverein Le Pont pour Pace die bestehende Partnerschaft durch Kontaktpflege und gegenseitige Besuche mit Leben zu erfüllen.

Hans Wölfel (72) aus Großhabersdorf, Landkreis Fürth

Ordensaushändigung am 6. August 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Hans Wölfel
© Stadt Erlangen

Hans Wölfel trat bereits mit 16 Jahren dem Jugendrotkreuz (JRK) beim Roten Kreuz in Großhabersdorf bei und wechselte 1960 nach Buchschwabach, wo er 1963 zunächst als kommissarischer Zugführer eingesetzt wurde. Von 1964 bis 2000 leitete er den Sanitätszug in Buchschwaben beziehungsweise den Sanitätszug Roßtal. Durch sein engagiertes Wirken erreichte er, dass die Mitgliederzahl des dortigen BRK stetig zunahm. Herr Wölfel ist eine große Stütze in der Fertigstellung und Instandhaltung der Bereitschaftsunterkunft. Diese wurde durch die Feuerwehr Roßtal dem BRK zur Verfügung gestellt. Herr Wölfel leitete und organisierte den Um- und Ausbau und investierte circa 750 Stunden in diese ehrenamtliche Arbeit sowie die Pflege der Außenanlagen. Er ist auch weiterhin im erweiterten Führungskreis der Bereitschaft Roßtal aktiv und kümmert sich neben den alltäglichen Belangen insbesondere um den Fuhrpark, dessen Wartung sowie die Kundendienste für die Fahrzeuge. Seit 1986 ist er darüber hinaus als Ausbilder für die Sanitäter tätig und gibt sein Wissen an die Roßtaler Bevölkerung und die aktiven Sanitäter weiter. Herr Wölfel führt regelmäßig Erste Hilfe Kurse durch. Weitere Mitglieder ließen sich dank seines Engagements auch als Ausbilder in Erster Hilfe schulen und führten danach ebenfalls regelmäßig Erste Hilfe Kurse durch. Besonders hervorzuheben ist sein unermüdlicher Einsatz für die Jugendrotkreuzarbeit des Marktes Roßtal, wo er seit 1999 JRK Gruppenleiter ist. In den letzten Jahren wäre das JRK in Roßtal fast zum Erliegen gekommen. Auf seine Initiative hin und durch seinen Einsatz für die Kinder und Jugendlichen konnte wieder ein funktionierendes JRK ins Leben gerufen werden. Herr Wölfel ist darüber hinaus aktives Mitglied in verschiedenen örtlichen Vereinen, wie im Sport- und Schützenverein Raitersaich.

Heidemarie Löb (61) aus Eckental, Landkreis Erlangen-Höchstadt

Ordensaushändigung am 6. August 2012 - Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten an Heidemarie Löb
© Stadt Erlangen

Heidemarie Löb fungierte von 1993 bis 1996 als Schatzmeisterin des Partnerschaftskreises Eckental-Högyész und ist dort seit 1996 erste Vorsitzende. Die Mitgliederzahl des Partnerschaftskreises verdreifachte sich in dieser Zeit von anfangs 24 Mitgliedern auf aktuell etwa 80. Ein Anliegen des Partnerschaftskreises ist, Bedürftige in Högyész zu unterstützen. Unter Federführung von Frau Löb sammelt der Verein jährlich Spenden, sei es im Rahmen eigener Veranstaltungen, durch Teilnahme an Veranstaltungen des Marktes Eckental (zum Beispiel Weihnachtsmarkt oder Marktfest) oder im Rahmen konkreter Aktionen. Als beispielsweise im Jahr 1996 durch den kalten Winter die Heizölpreise enorm anstiegen, half der Partnerschaftskreis. Neben Sachspenden, die selbst nach Högyész gebracht wurden, sammelte der Verein fast 15.000 DM an Spenden und kaufte damit vor Ort Heizöl für mehrere soziale Einrichtungen. Alljährlich übergibt der Partnerschaftskreis unter Leitung von Frau Löb in Högyész Geld- und Sachspenden an verschiedenste Einrichtungen. Jährlich wird eine Busreise nach Högyész organisiert. Für viele ehemalige Bewohner der heutigen ungarischen Gemeinde Högyész, die nach dem Krieg als Heimatvertriebene nach Eckental kamen, ist diese Reise aus Altersgründen die einzige Möglichkeit, Verwandte und Freunde in der alten Heimat zu besuchen. Der Partnerschaftskreis unterstützt ferner partnerschaftliche Beziehungen auf allen Gebieten zwischen Bürgern, Vereinen und Institutionen der beiden Partnergemeinden. Er hilft dabei sowohl durch finanzielle, als auch durch aktive Unterstützung und vermittelt beispielsweise an junge Menschen aus der ungarischen Partnergemeinde Praktikantenstellen und kümmert sich um die Unterbringung vor Ort bei Eckentaler Familien. Der Verein unterstützt die gegenseitigen Austauschbesuche von Vereinen (zum Beispiel Sportvereine, Fischerverein oder Tanzgruppen). Frau Löb engagierte sich zudem von 1987 bis 1996 in einer weiteren Städtepartnerschaft mit Frankreich. Vier Jahre vor der offiziellen Gründung des Partnerschaftskreises Eckental-Ambazac arbeitete sie unermüdlich bei der Organisation von Besuchsreisen und der Programmgestaltung vor Ort mit. Nach der offiziellen Gründung nahm sie im Vorstand als Schriftführerin und Beisitzerin Einfluss auf die weitere Entwicklung und tat sich besonders durch intensive Pressearbeit hervor.

Jutta Triantafyllidis (76) aus Erlangen

Ordensaushändigung am 6. August 2012 - Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten an Jutta Triantafyllidis
© Stadt Erlangen

Jutta Triantafyllidis ist seit den 80er Jahren ehrenamtliches Mitglied im Arbeitskreis Frauenaurach des Heimat- und Geschichtsvereins Erlangen e.V. und steht diesem seit vielen Jahren als Obmann vor. Sie war maßgeblich am Aufbau des Heimatmuseums 'Amtshausschüpfla' als Initiatorin, Handwerkerin, Kuratorin und Künstlerin beteiligt. Das Amtshausschüpfla war früher ein kleiner Schuppen, der zum ehemaligen markgräflichen Amtshaus in Frauenaurach gehörte. Die Bauzeit reicht ins 13. Jahrhundert zurück, in die Zeit der Klostergründung. Eigentümer ist heute die Stadt Erlangen. 1982 begann der Arbeitskreis Frauenaurach im Heimat- und Geschichtsverein Erlangen e.V. mit Hilfe der Stadtverwaltung, dieses Gebäude zu einem Ortsmuseum umzugestalten. Frau Triantafyllidis ist derzeit Leiterin des Museums im Amtshausschüpfla. Zu ihren Aufgaben zählen die Museumskonzeption, die Planung und Gestaltung der Ausstellungen, die Museumspädagogik, Führungen und die Depotverwaltung. Sie ist außerdem zuständig für Presse, Rundfunk und Fernsehen. Frau Triantafyllidis wirkte zudem von 1975 bis 1982 aktiv in der Griechischen Gemeinde Erlangen e.V. mit. Sie engagierte sich dort vor allem in der Jugendarbeit. Es war ihr ein wichtiges Anliegen, die griechische Tradition gemeinsam mit den Jugendlichen zu pflegen, damit diese ihre Wurzeln zu ihrer Heimat nicht verlieren.

Gisela Niclas (64) aus Erlangen

Ordensaushändigung am 6. August 2012 - Kommunale Verdienstmedaille in Bronze an Gisela Niclas
© Stadt Erlangen

Gisela Niclas  gehört seit 1990 dem Stadtrat Erlangen an. Als zweite Bürgermeisterin und als langjährige Fraktionsvorsitzende bestimmte sie die Geschicke der Stadt an verantwortlicher Stelle mit. Frau Niclas steht für eine Politik der Chancengleichheit und des Miteinanders. Engagiert wirkt sie in den verschiedensten Ausschüssen und Gremien. Als frühere Leiterin des Referats Sozialwesen ist ihr der soziale Bereich weiterhin ein besonderes Anliegen. In den 90er Jahren wurde hierzu unter ihrer Federführung ein Bericht erstellt, auf dessen Grundlage das Programm 'Hilfe zur Arbeit' für langzeitarbeitslose Sozialhilfeempfänger auf den Weg gebracht werden konnte. Die dadurch gewonnenen Erfahrungen fließen in die heutige erfolgreiche Tätigkeit der Gesellschaft zur Förderung der Arbeit ein, in der die Stadt Erlangen als Optionskommune selbst die Betreuung und Vermittlung von Arbeitslosengeld II-Empfängern übernimmt. Soziale Gerechtigkeit ist Frau Niclas ein wichtiges Anliegen. Nachdrücklich tritt sie dafür ein, Menschen, die über geringe finanzielle Mittel verfügen, einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Sport und Kultur zu ermöglichen. Aktiv unterstützt sie Kinderbetreuungsangebote, die sich an den Bedürfnissen Alleinerziehender orientieren. Überörtlich vertritt Frau Niclas die Stadt im Sozial- und Gesundheitsausschuss sowie in der Vollversammlung des Bayerischen Städtetags. Seit vier Jahren engagiert sie sich verantwortungsvoll auch auf Bezirksebene. Frau Niclas hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Sie übt ihr Mandat mit hoher Kompetenz aus und zeichnet sich in besonderem Maße durch ihre Kompromiss- und Dialogfähigkeit aus.

Karl Köhler (67) aus Uttenreuth, Landkreis Erlangen-Höchstadt

Ordensaushändigung am 6. August 2012 - Kommunale Verdienstmedaille in Bronze an Karl Köhler
© Stadt Erlangen

Karl Köhler setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten zunächst als zweiter und seit 1984 als erster Bürgermeister für die Belange der Gemeinde Uttenreuth ein. Durch sein zielstrebiges und tatkräftiges Engagement hat er großen Anteil an dem heutigen Erscheinungsbild der Gemeinde. Zahlreiche Projekte wurden angestoßen und durchgeführt. Die Neugestaltung des Ortszentrums gehört ebenso dazu wie der Um- und Ausbau des alten Schulhauses oder die Ausstattung der Feuerwehren mit moderner Technik. Hervorzuheben ist das Engagement von Bürgermeister Köhler im sozialen Bereich. Die Realisierung des gemeindlichen Waldkindergartens und die Einrichtung eines Kinderhauses, das im Mai dieses Jahres eröffnet werden konnte, waren ihm besondere Anliegen. Seniorenarbeit ist ihm ebenso wichtig. Mit seiner Unterstützung wurde unter anderem das 'SeniorenNetz Uttenreuth' eingerichtet, das der älteren Generation Hilfe beim Umgang mit PC und Internet im täglichen Leben bietet. Mit der Kulturbühne hat er in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Buckenhof maßgeblich dazu beigetragen, durch monatliche Veranstaltungen das Kulturangebot in der Gemeinde zu beleben. Engagiert und kompetent wirkt Herr Köhler seit 25 Jahren auch als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth. Wegen seines engen und aufgeschlossenen Kontakts mit den Bürgerinnen und Bürgern und seinem Eintreten für ein lebendiges Vereinsleben erfreut sich Herr Köhler allseits großer Beliebtheit.

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