Ordensaushändigung

Würzburg, 19. Dezember 2012 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Heike Gröner, Karin Renner, Waltraud Rether, Gertrud Zürrlein, Wolfgang Gärthe und Dr. Ernst Kastner mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesrgeierung, Julia Fassbender

Staatssekretär Gerhard Eck hat die Auszeichnung heute in Würzburg ausgehändigt.

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Heike Gröner (69) aus Schweinfurt

Ordensaushändigung am 19. Dezember 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Heike Gröner
© Regierung von Unterfranken

Heike Gröner ist seit 1988 aktiv im Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis in Schweinfurt tätig und seit 1994 Erste Vorsitzende des 'Evangelischen Frauenbundes Schweinfurt e.V.' Mehrere Jahre war sie Mitglied des Vorstandrats des 'Deutschen Evangelischen Frauenbundes e.V.' im Landesverband Bayern und Mitglied des erweiterten Vorstands des Diakonischen Werks Schweinfurt. Sie ist seit 2002 Mitglied des Stadtrats Schweinfurt. Daneben ist Gröner seit 2003 Mitglied der 'Schweinfurter Tafel e.V.' und engagiert sich für bedürftige Menschen. Ein besonderes Anliegen ist ihr das Thema 'Integration'. Bereits im Jahr 1994 rief sie das 'Café Kontakt' ins Leben, ein Treffpunkt für Einheimische und ausländische Bürger. Der von ihr gegründete Spendenfonds 'Kinder sind uns wichtig' unterstützt allein erziehende Frauen und ihre Kinder in schwierigen Situationen. Darüber hinaus arbeitet Gröner seit 2004 bei der 'Deutsch-Finnischen Gesellschaft e.V.' mit und ist seit 2005 zudem Mitglied der 'Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.' in Schweinfurt sowie Mitglied des Internationalen Frauenclubs Würzburg. Sie unterstützt darüber hinaus unzählige soziale Projekte, Vereinigungen und Organisationen.

Karin Renner (64) aus Bad Kissingen

Ordensaushändigung am 19. Dezember 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Karin Renner
© Regierung von Unterfranken

Karin Renner ist seit 1984 ununterbrochen im Stadtrat von Bad Kissingen in verschiedenen Ausschüssen tätig. Seit 1990 ist sie zudem Bezirksrätin und bekleidet seit 2008 das Amt der weiteren stellvertretenden Bezirkstagspräsidentin des Bezirks Unterfranken. Ebenso setzt sie sich seit 1990 als Mitglied des Kreistages Bad Kissingen für die Bürgerinnen und Bürger ein. Als Stadtratsbeauftragte für Kur und Fremdenverkehr setzt sie einen weiteren Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit. So war sie als Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke Bad Kissingen beim Bau der KissSalis-Therme wesentlich mit beteiligt. Als Behindertenbeauftragte des Bezirks Unterfranken übernimmt Renner seit 2006 besondere Verantwortung. Als Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Bad Kissingen wirkte sie bei allen Strukturveränderungen in der Personal- und Finanzpolitik mit. Zudem engagiert sie sich in der Frauen-Union. Sie war zum Beispiel Mitglied im Landesvorstand und Beisitzerin im Landesvorstand und ist Schatzmeisterin der Frauen-Union auf Landesebene.

Waltraud Rether (70) aus Schweinfurt

Ordensaushändigung am 19. Dezember 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Waltraud Rether
© Regierung von Unterfranken

Waltraud Rether pflegte nahezu zwei Jahrzehnte aufopferungsvoll ihren Ehemann Gerhard Rether bis zu dessen Tod im November 2010. Sie pflegte ihn allein und rund um die Uhr. Lediglich zu Beginn der Pflege nahm Rether kurzfristig einen Pflegedienst in Anspruch. Im Laufe der Jahre gestaltete sich die Pflege ihres Ehemannes zusehends schwieriger. Obwohl sie diese schwierigen Umstände oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit brachten und auch ihre eigene Gesundheit sehr in Mitleidenschaft gezogen war, kam für sie eine Fremdunterbringung zu keinem Zeitpunkt in Frage. Sie ermöglichte damit ihrem Gatten bis zu seinem Tode ein Verbleiben in der gewohnten Umgebung.

Gertrud Zürrlein (49) aus Hausen, Landkreis Würzburg

Ordensaushändigung am 19. Dezember 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Gertrud Zürrlein
© Regierung von Unterfranken

Gertrud Zürrlein pflegt seit über zwei Jahrzehnten in aufopferungsvoller Weise ihre Tochter Bettina, die seit ihrer Geburt körperlich und geistig behindert ist und auf die Nutzung eines Elektrorollstuhls angewiesen ist. Neben der Pflege ihrer Tochter engagiert sie sich seit vielen Jahren als Elternvertreterin im Vorstand des 'Vereins für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Würzburg-Heuchelhof' und als eine der Sprecherinnen der Müttergruppe dieses Vereins. In der Müttergruppe werden Erfahrungen ausgetauscht und Hilfen angeboten. Sie ist zudem Mitglied der Mütterwerkstatt des 'Bundesverbands für körper- und mehrfach behinderte Menschen e. V.'. Darüber hinaus engagiert sie sich seit Jahren ehrenamtlich in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Obereisenheim.

Wolfgang Gärthe (62) aus Aschaffenburg

Ordensaushändigung am 19. Dezember 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Wolfgang Gärthe
© Regierung von Unterfranken

Wolfgang Gärthe hat im Jahr 1992 den gemeinnützigen 'Förderverein Kinder in Litauen e.V.' gegründet und ist seitdem auch dessen Vorstandsvorsitzender. Der Verein versteht seine Aufgabe in der Hilfe sozial schwacher Familien, einschließlich der Nachhilfe und Talentförderung in vielfältiger Weise. Der Förderverein setzt sich unter anderem auch für die Abteilung Leukämie der Universitätskinderklinik der litauischen Hauptstadt Vilnius durch Bereitstellung von medizinischen Geräten, Mobiliar und Spielzeug sowie durch finanzielle Hilfen ein. Daneben rief Gärthe 2002 das 'Memoranden-Forum' ins Leben. Bei diesem politischen Diskussionskreis werden mit Experten die aktuellen bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Themen diskutiert und die Ergebnisse jeweils als Memorandum veröffentlicht. Außerdem gründete er im Jahr 2003 zusammen mit anderen Persönlichkeiten die 'Alexandra-Lang-Initiative Soziales und Arbeit' (ALISA). ALISA steht für ein weitreichendes Engagement für Kinder und Jugendliche und hat zum Ziel, das selbstständige und soziale Handeln junger Menschen zu fördern. Seit 2004 ist Gärthe auch Initiator und 'Motor' des Aschaffenburger Mutig-Preises, der zweijährlich vergeben wird und gemeinnütziges Verhalten fördern und positive Beispiele für Gemeinsinn auszeichnen will. Zudem gehört er als ehrenamtliches Mitglied dem Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Paulus an. Neben seinem Engagement in der Gesamtkirchenverwaltung unterstützt er auch soziale Projekte. Schließlich hat er im Jahr 2008 das Projekt 'Schule mit Zukunft Leipzig-Ost' initiiert, das verschiedene Schulen im Leipziger Osten unterstützt und vielen jungen Menschen zu einem Schulabschluss verhilft.

Dr. Ernst Kastner (81) aus Würzburg

Ordensaushändigung am 19. Dezember 2012 - Verdienstkreuz am Bande an Dr. Ernst Kastner
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Dr. Ernst Kastner hat als Landrat des ehemaligen Landkreises Gerolzhofen in den Jahren 1964 bis 1972 bis zu dessen Auflösung durch die Gebietsreform viel für die Bevölkerung erreicht. Unter seiner Ägide wurde der ehemals ländlich strukturierte Landkreis modernisiert und geordnet. Zudem hat Dr. Kastner den Verein 'Naturpark Steigerwald e.V.' gegründet und leitete diesen als 1. Vorsitzender bis 1972. Als erster hauptamtlicher Justiziar in der Diözese Würzburg engagierte er sich weit über das normale berufliche Maß hinaus. Daneben hat er sich 14 Jahre als ehrenamtlicher 1. Vorsitzender des Vereins 'Arbeitnehmerbildungsstätte Benediktushöhe Retzbach e.V.' verdient gemacht. Anlässlich seines 65. Geburtstages gründete er eine kirchlich-gemeinnützige Wohltätigkeitsstiftung mit dem Namen 'Stiftung Hilfsdienste gratia deo'. Diese unterstützt nicht nur hilfsbedürftige Laien aus der Diözese Würzburg, die lange Zeit ehrenamtlich im Dienst der Kirche gewirkt haben, sondern auch hilfsbedürftige Menschen in aller Welt. Weiterhin hat er sich als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Dr. Rulandschen Stiftung einen Namen gemacht. Zudem war er mehr als ein Jahrzehnt Vorstandsmitglied des 'Marienvereins mit Marienheim e.V.' Würzburg.

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