Ehren für besonderes Engagement: In diesem Jahr werden wieder Menschen ausgezeichnet, die sich auf außergewöhnliche Weise für andere einsetzen. Mit ihrem Einsatz für das Gemeinwohl, ihre Initiative und Hilfsbereitschaft tragen sie entscheidend dazu bei, unsere Gemeinschaft stark und lebendig zu halten.
Die Ehrungen umfassen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, die Kommunale Verdienstmedaille, die Kommunale Dankurkunde sowie das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.
Hier finden Sie die Ehrungen aus diesem Jahr. Einen Überblick über frühere Auszeichnungen gibt es hier:
Im Rahmen einer Feierstunde im Atrium der Bayerischen Landesbank hat Innenminister Joachim Herrmann fünf verdienten Persönlichkeiten aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken für ihren Einsatz um das Gemeinwohl das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt. Herrmann würdigte dabei den Einsatz der Beliehenen mit den Worten: „Ihr Engagement trägt entscheidend zum Funktionieren unseres Gemeinwesens bei. Freiwilliges Engagement macht Bayern zu einer starken Gemeinschaft. Und dazu haben Sie, liebe Geehrte, auf besondere Weise beigetragen.“
Lieber Herr Drescher,
Ihr Wirken ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie persönliches Verantwortungsbewusstsein, Beharrlichkeit und Herzblut das gesellschaftliche Leben nachhaltig prägen können.
Seit mehr als einem halben Jahrhundert setzen Sie sich in unermüdlicher Weise für das Gemeinwohl ein. Ihre Mitgründung des Motorbootclubs Regnitz-Main e.V. im Jahr 1975 und Ihre über 40-jährige Tätigkeit als ehrenamtlicher Geschäftsführer sind Zeugnisse einer außergewöhnlichen Einsatzbereitschaft: Sie übernahmen Schriftverkehr, Kassenführung, die Vorbereitung von Veranstaltungen, verfassten die Vereinssatzung und eine Hafenordnung. Sie gestalteten die institutionellen Grundlagen des Vereins und sorgten über Jahrzehnte hinweg für seine stabile und zukunftsfähige Entwicklung – und das alles, obwohl Sie selbst gar kein Motorboot besitzen.
Dank Ihrer Verhandlungsstärke und Weitsicht selbst in finanziell schwierigen Situationen, konnte der Club seinen Verbleib auf dem Vereinsgrundstück sichern. Das spricht für Ihre Fähigkeit, auch in komplexen Lagen Ruhe zu bewahren und tragfähige Lösungen zu finden.
Ihr Einsatz für ein geregeltes Miteinander mit anderen Interessengruppen, etwa der Fischerzunft, sowie die stetige Bereitstellung des Gaststegs für die Stadt Bamberg seit 1984 haben das Freizeitangebot und die Aufenthaltsqualität in der Stadt Bamberg nachhaltig bereichert. Diese selbstlose Verbundenheit und Ihre durchsetzungsstarke, aber stets ausgewogene Art sind ein leuchtendes Beispiel bürgerschaftlichen Handelns.
Besonders hervorzuheben ist auch Ihr langjähriges Engagement für die junge Generation: Seit mehr als vier Jahrzehnten gestalten und begleiten Sie die Arbeit des Stadtjugendrings Bamberg – als Vorsitzender in den frühen 1980er-Jahren und fortlaufend als „Freie Persönlichkeit“. Ihre zahlreichen Ideen und Beiträge haben konkret zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen beigetragen. Ihre Person ist aus der Geschichte dieses Verbandes nicht mehr wegzudenken. Sie haben damit das Fundament für generationsübergreifende Teilhabe gelegt und nachhaltig Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt übernommen.
Auch Ihre Verdienste um den Bürgerverein Bug 1972 e.V. sind von bleibender Wirkung: Nach Ihrem Beitritt 1987, Ihrem Aufstieg zum stellvertretenden Vorsitzenden und später zum Vorsitzenden haben Sie durch Ihr Engagement und Ihre einnehmende Art den Bürgerverein zu einer starken und einflussreichen Gemeinschaft gemacht. Die Gestaltung zahlreicher Feste und die monatliche Herausgabe des „Buger Blättlas“, von dem Sie bis zu Ihrem Ausscheiden rund 350 Ausgaben mitgestaltet haben, zeigen Ihre unermüdliche Bereitschaft, Öffentlichkeit zu schaffen und das Gemeinschaftsleben zu fördern. Ihre Chroniken, Zeitzeugensammlungen und der von Ihnen initiierte Erinnerungsstein an der Buger Schule sind bleibende kulturelle Beiträge, die die Identität des Stadtteils stärken und seine Geschichte für kommende Generationen bewahren.
Ihr kulturelles Engagement hat zudem eine deutlich überregionale Dimension: Als aktives Mitglied und Vorstandsmitglied der Deutschen Johann Strauss Gesellschaft tragen Sie seit vielen Jahren zur Pflege, Erforschung und Vermittlung des musikalischen Erbes von Johann Strauss bei. Ihre Verantwortung als Pressereferent, Beisitzer und stellvertretender Vorsitzender, Ihre Organisation anspruchsvoller Konzertfahrten und die redaktionelle Arbeit, etwa als Redakteur des Magazins „Neues Leben“, zeigen Ihre professionelle und leidenschaftliche Auseinandersetzung mit Musikgeschichte und Kulturvermittlung. Mit Ihrer journalistischen Tätigkeit und früheren Rezensionen für die Zeitschrift „orpheus“ leisten Sie zudem einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Öffentlichkeitsarbeit, der weit über lokale Grenzen hinaus wahrgenommen wird.
All diese Leistungen zeichnen Sie als einen Menschen aus, der mit Leidenschaft und stets festen Blick für das Gemeinwohl handelt. Sie verbinden Tatkraft mit Kontinuität, Sachverstand mit Menschlichkeit und lokale Verwurzelung mit überregionalem Wirkungsanspruch. In Ihrem vielseiteigen Engagement für Freizeitgestaltung, Jugendförderung, Quartiersarbeit und Musikkultur manifestiert sich in eindrücklicher Weise, was bürgerschaftliches Engagement im besten Sinne vermag: Gemeinschaft stiften, kulturelles Erbe bewahren und aktiv Zukunft gestalten.
Lieber Herr Drescher, für all das, was Sie geleistet haben und weiterhin leisten, danke ich Ihnen im Namen vieler Bürgerinnen und Bürger. Ihre Verdienste sind Vorbild und Inspiration zugleich.
Es ist mir eine ganz besondere Freude, Ihnen heute im Auftrag des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland persönlich auszuhändigen. Herzlichen Dank für Ihre vorbildliche Arbeit!
Liebe Frau Feisthammel,
Sie haben sich auszeichnungswürdige Verdienste erworben und dabei stets gezeigt, dass persönlicher Einsatz und fachliche Kompetenz Barrieren überwinden und Gemeinschaften nachhaltig stärken können.
Seit 1988 sind Sie dem Bayerischen Roten Kreuz verbunden. Ihr Engagement begann in der Frauenbereitschaft Altdorf, führte Sie in die Bereitschaft Burgthann und nach deren Auflösung 2022 wieder nach Altdorf zurück.
Ihr Wirken im Jugendrotkreuz und Ihre frühe Ausbildung zur ehrenamtlichen Jugendleiterin legten den Grundstein für eine langjährige und profunde Jugendarbeit. Sie leiteten eigene Gruppen, organisierten integrative Freizeiten und führten über Jahre hinweg Erste-Hilfe-Kurse durch, die speziell auf die Bedarfe von Jugendleitern zugeschnitten waren. Mit der Durchführung regelmäßiger Fortbildungen und Ihrer Mitarbeit bei der fachlichen Neukonzeption des „Lern- und Erfahrungsraums Edelweißhütte“ haben Sie wesentlich zur qualitativen Weiterentwicklung der Jugendarbeit beigetragen.
Seit 2004 vertreten Sie als ständige Delegierte das Jugendrotkreuz im Kreisverband Nürnberger Land. 2008 wurden Sie in den Vorstand des Kreisjugendrings gewählt und sind dort stimmberechtigtes Mitglied im Jugendhilfeausschuss. Seit 2022 protokollieren Sie die Vorstandsarbeit und bringen damit Zuverlässigkeit und Kontinuität in die Gremienarbeit.
Auch auf kommunaler Ebene tragen Sie Verantwortung. Seit 2008 sind Sie Mitglied des Gemeinderats Burgthann, seit 2011 Kommunale Behindertenbeauftragte des Landkreises und seit 2014 Kreisrätin im Landkreis Nürnberger Land. In all diesen Funktionen sind Sie eine versierte und geschätzte Stimme in diversen Ausschüssen und Beratungsformaten.
Ihr Einsatz für die Belange von Menschen mit Behinderung ist von besonderer Tragweite. Als Kommunale Behindertenbeauftragte und Mitarbeiterin im Netzwerk Gleichstellung beraten Sie Menschen mit Behinderung und deren Angehörige umfassend, leiten Ratsuchende an zuständige Stellen weiter, unterstützen bei Anträgen und zeigen Versorgungslücken ebenso auf wie Lösungswege. Sie beraten Institutionen, fördern Selbsthilfegruppen und bringen Ihre Erfahrung in Planungen der Behindertenhilfe ein. Seit 2018 führen Sie den mittelfränkischen Behindertenrat beim Bezirk Mittelfranken – eine zentrale Plattform für die bezirksweite Vertretung behinderungspolitischer Belange und für den Austausch bewährter Praxis. Sie geben diesem Gremium als Vorsitzende eine starke, koordinierende Stimme.
Auch im kirchlichen und sozialen Bereich haben Sie maßgeblich gewirkt. Ihr langjähriges Engagement im Pfarrgemeinderat St. Elisabeth, Ihre Zeit als Vorsitzende und Ihre konkrete Initiative zur barrierefreien Ausgestaltung der Pfarrräumlichkeiten sind für viele Menschen unmittelbar spürbar. Ohne Ihren beharrlichen Einsatz gäbe es weder die Rampe des Kirchenparkplatzes noch die behindertengerechte Toilette im Pfarrheim. Diese Maßnahmen öffnen Räume und Teilhabe für alle. Die von Ihnen geleitete Begegnungsgruppe für Menschen mit und ohne Behinderung sowie Ihre Arbeit im Sachausschuss Gemeindecaritas zeigen, wie Fürsorge, Organisationstalent und Empathie miteinander verbunden werden können.
Ihr persönlicher Lebensweg macht Ihre Verdienste noch eindrucksvoller. Selbst von Geburt an auf den Rollstuhl angewiesen, haben Sie sich niemals von Ihren Zielen abbringen lassen. Sie sind Mutter zweier Kinder und haben ein Pflegekind aufgenommen – Zeichen eines offenen Herzens und großer Verantwortung. Ihre positive, zupackende Art, Ihre Willensstärke und Ihr tief verwurzelter Glaube zeichnen Sie aus. Sie sind eine unermüdliche Kämpferin für Inklusion und die Rechte von Menschen mit Behinderung – und sind dabei stets herzlich und gelassen.
Liebe Frau Feisthammel, Ihr Wirken ist ein leuchtendes Beispiel für gelebte Solidarität, kompetente Interessenvertretung und menschliche Nähe. Sie bereichern das gesellschaftliche Leben auf kommunaler und regionaler Ebene in herausragender Weise und genießen dafür höchste Wertschätzung.
Es ist mir daher eine ganz besondere Freude, Ihnen heute im Auftrag des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland persönlich auszuhändigen. Herzlichen Dank für Ihre vorbildliche Arbeit!
Liebe Frau Hacker,
seit 1988 engagieren Sie sich unermüdlich in der katholischen Kirchengemeinde St. Kunigund in Schnaittach und haben darüber hinaus durch Ihr herausragendes Wirken im Verein „Hilfe für Frauen und Kinder in Not Nürnberger Land e.V.“ ein Schutz- und Unterstützungsnetz geschaffen, das vielen Menschen in existenziellen Notlagen zur Seite steht. Ihre Arbeit ist gezeichnet von unerschütterlicher Zuverlässigkeit, großem Organisationstalent und tief empfundener Menschlichkeit.
Bereits in den Jahren 1990 bis 2002 haben Sie sich als Mitglied des Pfarrgemeinderates für die Belange der Gemeinde eingesetzt und mit der Gründung und Leitung des Frauenkreises „Frauen‑Gewalt‑Kirche“ ein dauerhaftes Forum geschaffen, das Gewalt gegen Frauen und Kinder thematisiert und Betroffenen Raum bietet. Ihr frühes Bewusstsein für dieses Thema führte 1994 zum Beitritt in den Verein, in dem Sie 1997 in die Vorstandsgruppe gewählt wurden und nach einer Satzungsänderung den Vereinsvorsitz übernahmen. In dieser Funktion wurden Sie nicht nur Vorsitzende, sondern der Motor des Vereins: Sie organisierten, motivierten, trugen Verantwortung und setzten konkrete Hilfe um.
Von besonderer Tragweite war Ihre Initiative zur Einrichtung eines Notruf-Telefons. Auf Ihre Anregung hin wurde ein Team aus ehrenamtlichen Frauen aufgebaut, das täglich in den Abendstunden erreichbar ist. Die Koordination dieses Dienstes – von Dienstplänen über EDV‑ und Verwaltungsaufgaben bis hin zur Organisation der Einsatzkräfte – lag über viele Jahre in Ihrer Hand. Sie standen Betroffenen persönlich bei, begleiteten Frauen und Kinder in Frauenhäuser, leisteten psychischen Beistand und halfen dort, wo akute Hilfe nötig war.
Ihre Verdienste beschränken sich nicht auf die unmittelbare Notfallhilfe. Sie haben langfristig Strukturen geschaffen, die nachhaltige Unterstützung ermöglichen. Sie setzten sich mit Nachdruck für die Einrichtung einer ausgestatteten Fluchtwohnung im Landkreis ein, organisierten ein festes Büro als Beratungs- und Organisationsraum und führten regelmäßige Dienstbesprechungen sowie Supervisionen ein, um die emotionale Belastung der Mitarbeitenden aufzufangen. Mit jährlichen Dankesfesten in Ihrem Garten haben Sie nicht nur Anerkennung gezeigt, sondern Zusammenhalt gefördert. Ihre Vernetzungsarbeit mit Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Behörden und kirchlichen Einrichtungen sorgte dafür, dass Hilfesuchende umfassend informiert und gut begleitet werden konnten.
Ihr ausgeprägtes Organisationstalent und Ihre Fähigkeit, finanzielle Mittel zu mobilisieren, waren für das Fortbestehen und die Leistungsfähigkeit des Vereins unerlässlich. Sie gewannen Spendengelder, schufen Transparenz in der Vereinsverwaltung und sorgten dafür, dass der Verein auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig blieb.
Über mehr als drei Jahrzehnte haben Sie sich ohne eigenen Vorteil weit über das übliche Maß hinaus ehrenamtlich eingebracht. Sie haben Menschen geholfen, die sich selbst nicht helfen konnten, Sie haben Vertrauen geschenkt, Ankerpunkte geschaffen und damit das Leben zahlreicher Frauen und Kinder nachhaltig verbessert. Ihre hohe Einsatzbereitschaft, Ihr persönliches Auftreten und Ihre menschliche Wärme haben Sie zu einer weithin geschätzten und unverzichtbaren Persönlichkeit gemacht.
Liebe Frau Hacker, für Ihr unermüdliches Wirken, Ihre Courage und Ihre mitfühlende Tatkraft danke ich Ihnen von Herzen. Ihre Verdienste sind ein leuchtendes Beispiel gelebter Nächstenliebe und bürgerschaftlicher Verantwortung. Es ist mir eine ganz besondere Freude, Ihnen heute im Auftrag des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland persönlich auszuhändigen. Herzlichen Dank für Ihre vorbildliche Arbeit!
Liebe Frau Grillberger,
Sie haben sich in herausragender Weise um die Resozialisierung von Menschen in Haft verdient gemacht. Über mehr als zwanzig Jahre waren Sie ehrenamtlich im Arbeitskreis Resozialisierung in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg tätig und haben in dieser langen Zeit kontinuierlich und verlässlich Brücken zwischen Haft und Gesellschaft gebaut.
Besonders hervorzuheben ist Ihr intensives individuelles Engagement: Allein seit Februar 2009 haben Sie die persönliche Betreuung von insgesamt sechzehn Gefangenen übernommen. Diese Begleitungen dauerten jeweils mehrere Monate, in einem Fall sogar mehr als zwei Jahre. Mit großem Zeitaufwand und beständiger Präsenz haben Sie die Inhaftierten monatlich besucht, sie bei Ausgängen begleitet und sie systematisch auf die Entlassung vorbereitet.
Die Themen Ihrer Gespräche reichten von Partnerschaft und Familie über den Umgang mit Überbrückungsgeld und Schulden bis hin zu gesundheitlichen Problemen, Suchtfragen, Bekleidungskauf und der Wohnsituation nach der Haftentlassung. Dabei verfolgten Sie stets das Ziel, die Situation der Betroffenen bei der Rückkehr in die Gesellschaft nachhaltig zu verbessern.
Ihr Einsatz ging über die Haftzeit hinaus. Sie haben den Kontakt der Inhaftierten zu ihren Kindern gefördert, Ausgänge aktiv mitgestaltet und einige der von Ihnen begleiteten Personen auch nach deren Entlassung weiter unterstützt. Bemerkenswert ist, dass während Ihrer gesamten Tätigkeit keine der von Ihnen betreuten Personen die Betreuung abgebrochen hat – ein eindrücklicher Beleg für das Vertrauen und die Verlässlichkeit Ihrer Arbeit.
Darüber hinaus haben Sie das kollegiale Miteinander im Arbeitskreis Resozialisierung gestärkt, beispielsweise durch Ihre Mitarbeit bei Projekten wie dem Packen von Weihnachtspaketen sowie durch die regelmäßige Teilnahme an Ehrenamtstreffen und Fallbesprechungen.
Die Justizvollzugsanstalt Nürnberg beschreibt Sie als überaus zuverlässige, sehr engagierte und angenehme ehrenamtliche Mitarbeiterin. Ihre Arbeit war getragen von dem Ansporn, Menschen, denen in unserer Gesellschaft oft ein schwerer Stand zugedacht ist, wieder Chancen zu eröffnen und sie in das soziale Leben zurückzuführen. Mit Ihrem kontinuierlichen Einsatz haben Sie nicht nur den einzelnen Gefangenen geholfen, sondern auch einen echten Beitrag zum Gemeinwohl geleistet – in einem Bereich, in dem viele andere wegsehen.
Liebe Frau Grillberger, durch Ihre vorbildhafte soziale Arbeit und Ihr Engagement für erfolgreiches Übergangsmanagement und Resozialisierung haben Sie sich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Dafür spreche ich Ihnen meinen tief empfundenen Dank und meine hohe Anerkennung aus.
Es ist mir eine ganz besondere Ehre, Ihnen heute im Auftrag des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland persönlich auszuhändigen. Vielen Dank für Ihren langjährigen und unverzichtbaren Einsatz!
Liebe Frau Holzheimer,
seit mehr als vier Jahrzehnten prägen Sie in herausragender Weise den interkulturellen Austausch der Stadt Nürnberg mit Afrika mit besonderem Blick auf Namibia und Simbabwe und haben sich in diversen Funktionen der Afrikahilfe hohe Verdienste erworben. Ihr Engagement ist getragen von Beständigkeit, Sachkenntnis und einer tiefen persönlichen Verbundenheit mit den Menschen und Kulturen, für die Sie sich einsetzen. Was Sie begonnen haben und fortwährend gestalten, ist weit mehr als reine Unterstützungsarbeit: Es ist gelebte Solidarität, Bildungsarbeit und eine nachhaltige Form der Völkerverständigung.
Ihre frühe ehrenamtliche Leitung des Arbeitskreises Südliches Afrika von 1981 bis 1997 legte schon damals den Grundstein für eine öffentliche Auseinandersetzung mit den Befreiungsbewegungen und den politischen Realitäten des südlichen Afrikas. Mit Ihrer Betreuung von Menschen aus Simbabwe und Namibia, die über die Otto-Benecke-Stiftung zur Ausbildung nach Deutschland kamen, haben Sie konkrete Bildungschancen ermöglicht und zugleich Brücken zwischen hier und dort gebaut. Auch in Ihrer späteren hauptberuflichen Tätigkeit bei der Stadt Nürnberg haben Sie das Augenmerk Ihres Arbeitsbereiches immer wieder auf das Thema Afrika gelenkt und Projekte wie die Afrika-Station auf dem „Erfahrungsfeld der Sinne“ initiiert und begleitet. Damit haben Sie lokale Bildungsangebote mit internationalem Profil geschaffen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Seit 1983 sind Sie im Zimbabwe Netzwerk e.V. aktiv. Ihre Wahl in den erweiterten Vorstand 1987 und Ihre Mitarbeit im geschäftsführenden Vorstand seit den frühen 1990er-Jahren belegen Ihre Führungsrolle in diesem Forum des Austausches. Durch Seminare zu Bildungswesen, Tourismus und Frauenthemen im Dialog mit Menschen aus Simbabwe haben Sie Wissen geteilt, Vernetzungen ermöglicht und Kompetenzbildung vor Ort unterstützt. Ihre Mitgliedschaft im Verein „Frauen in der Einen Welt e.V.“ seit 1990 sowie Ihre ehrenamtliche Forschungsreise ins Gwembetal und die daraus entstandene Ausstellung und Publikation „Verflechtungen. Korbmacherinnen in Zambia und Oberfranken“ demonstrieren Ihr Interesse an kulturwissenschaftlicher Aufarbeitung und an einer dokumentierten, partizipativen Vermittlung von Kulturarbeit.
Aus Ihrem Engagement sind Institutionen hervorgegangen, die bis heute das gesellschaftliche Leben Nürnbergs mitprägen: die Nürnberger Initiative für Afrika - NIfA e.V., die jährlichen Afrikatage Akwaba und die Afrikanischen Kinowelten im Filmhaus Nürnberg. Sie führen seit Beginn die Geschäfte im NIfA-Büro, organisieren die Afrikatage als Hauptorganisatorin und bieten kostenlose Beratungen für Menschen mit afrikanischen Wurzeln an. Darüber hinaus pflegen Sie die interne Bibliothek und sorgen somit für Kontinuität und professionelle Struktur in der Arbeit der Initiative. Bei den Afrikatagen gelingt es Ihnen, jedes Jahr im Juni ein vielfältiges Programm zu politisch-kulturellen Themen zusammenzustellen und damit Raum für Begegnung, Information und Austausch zu schaffen.
Ihre Mitwirkung am Filmhaus Nürnberg, insbesondere die Initiierung und fortlaufende Begleitung der Afrikanischen Kinowelten seit 2002, hat das kulturelle Angebot Nürnbergs entscheidend bereichert. Monatlich führen Sie in Filme ein, moderieren Diskussionen und verfolgen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen das Ziel, das europäische Afrikabild kritisch zu hinterfragen und den Filmschaffenden aus Afrika eine eigene, hörbare Stimme zu geben. Diese kontinuierliche Arbeit der filmischen Vermittlung ist ein wirkungsvolles Instrument, um Vorurteile zu hinterfragen und komplexe Wirklichkeiten sichtbar zu machen.
Ihre praktische Solidarität zeigte sich auch in der Mitbegründung des Deutsch-Namibischen Partnerschaftsvereins - DeNaPa e.V. und in Ihrem direkten Einsatz für die Primary School in Okandjira: Ihre vielen Reisen nach Namibia und die persönliche Übergabe von Hilfsgütern belegen ein Engagement, das über Worte hinaus praktisch Hilfe leistet. Sie schaffen konkrete Unterstützung und fördern zugleich ein Bewusstsein für historische Verantwortung und gegenwärtige Bedürfnisse.
Mit Ihrem umfassenden Wirken leisten Sie einen herausragenden Beitrag zur Integration afrikanischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, zur Förderung eines differenzierten Afrikabildes in der Öffentlichkeit und für ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Ihre Arbeit verbindet Forschung, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und direkte Hilfe – und das mit einer Konsequenz und Herzlichkeit, die viele Menschen inspiriert hat. Sie sind eine Brückenbauerin zwischen Kontinenten, Institutionen und Menschen. Ihre Verdienste stehen für die positive Kraft zivilgesellschaftlichen Engagements.
Liebe Frau Holzheimer, für Ihre langjährige, vielfältige und nachhaltige Arbeit danke ich Ihnen im Namen vieler Menschen, die von Ihrem Einsatz profitieren und inspiriert wurden. Es ist mir eine ganz besondere Freude, Ihnen heute im Auftrag des Bundespräsidenten Dr. Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland persönlich auszuhändigen. Herzlichen Dank für Ihre vorbildliche Arbeit!