Ordensaushändigung

München, 22. Januar 2013 (stmi). Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten hat der Bundespräsident Hubertus Lindner mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Dr. jur. Helgard van Hüllen, Josef Waldschütz und Rudolf Zwesper mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Verdienstkreuz erster Klasse
© Bundesregierung, Julia Fassbender

Staatsminister Joachim Herrmann hat die Auszeichnungen heute in München ausgehändigt.

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.

Hubertus Lindner (77) aus Grünwald, Landkreis München

Ordensaushändigung am 22. Januar 2013 - Verdienstkreuz 1. Klasse an Hubertus Lindner
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Hubertus Lindner war von 1960 bis 2002 Mitglied des Gemeinderates und von 1984 bis 2002 erster Bürgermeister der Gemeinde Grünwald. Seit Mai 1990 ist er zudem ununterbrochen engagiertes und sachkundiges Mitglied des Kreistages des Landkreises München. Als Mitglied des Gemeinderats, als Fraktionsvorsitzender sowie als Bürgermeister hat er in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat vieles auf den Weg gebracht, wie zum Beispiel Errichtung des Grünwalder Rathauses, das Altenheim Römerschanz mit Bürgerhaus, das Jugendzentrum, die Gemeindebibliothek, der Hort, die drei Kindergärten, die Schulhauserweiterungen, der Musikschulbau. Lindner wurde im April 2002 mit einstimmigem Gemeinderatsbeschluss zum 'Altbürgermeister' ernannt.
Des Weiteren war Lindner von 1987 bis 2002 Vorsitzender der Resi-Friedel-Stiftung. Seit vielen Jahren engagiert er sich auch im Stiftungsbeirat des Landheims Schondorf am Ammersee und ist als Vorsitzender des 'Altlandheimer Bund Schondorf e.V.' weiterhin eng mit dem Landheim verbunden. Darüber hinaus ist er seit 1999 Mitglied des Vorstandes der Ute Decker Kulturstiftung sowie seit 1999 Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer der Grünwalder Sauschütt e.V."

Dr. jur. Helgard van Hüllen (70) aus Gaissach, Landkreis Bad Tölz

Ordensaushändigung am 22. Januar 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Dr. jur. Helgard van Hüllen
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Dr. jur. Helgard van Hüllen ist bereits seit 1993 ehrenamtliche Mitarbeiterin und seit 2001 Leiterin der Außenstelle Bad Tölz-Wolfratshausen des WEISSEN RINGS. Zudem engagiert sie sich seit 1998 in verschiedenen Funktionen im Bundesvorstand des Vereins. Sie setzt sich damit seit nunmehr 20 Jahren selbstlos und unermüdlich für die Opfer von Kriminalität und Gewalt ein. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit als Leiterin der Außenstelle liegen neben der fallbezogenen Opferhilfe auch in der Gestaltung und dem Ausbau von Netzwerken der Opferarbeit und der Kriminalprävention. So gelang es zum Beispiel in Kooperation mit der örtlichen Schulverwaltung, ein Streitschlichtermodell an Schulen des Landkreises einzurichten sowie einen ständigen Arbeitskreis gegen sexuelle Gewalt zu installieren. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Engagements ist die Betreuung des Projekts 'Opfertelefon'. Daneben liegt Dr. van Hüllen die Stärkung des Ehrenamtes im WEISSEN RING, aber auch generell die Belange des ehrenamtlichen Engagements besonders am Herzen. Im Januar 2000 wurde sie durch den Geschäftsführenden Bundesvorstand zur Sonderbeauftragten für die Aus- und Weiterbildung ernannt. Mit der Entwicklung einer europäischen Bewegung der Opferhilfe wurde das Engagement des Vereins auf den Bereich der Europäischen Union ausgeweitet. Auch dort bringt sie sich in verschiedenen Funktionen ein und wird als Expertin sehr geschätzt. Zudem engagiert sich Dr. van Hüllen auch seit 2001 als Gründungsmitglied im Verein 'Soziale Projekte Südmarokko e.V.' und als Mitglied der 'Freunde der Museen Burg Linn e.V.'

Josef Waldschütz (66) aus Irschenberg, Landkreis Miesbach

Ordensaushändigung am 22. Januar 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Josef Waldschütz
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Josef Waldschütz hat durch seine Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes nicht nur in Bayern, sondern auch bundesweit mit dazu beigetragen, die Qualität und Zuverlässigkeit der gesamten Branche Pannenhilfe, Bergen und Abschleppen nachhaltig zu verbessern. Ganz besonders hervorzuheben ist sein persönliches und langjähriges Engagement für die Organisation der verschiedenen Hilfeleistungen auf den Straßen und sein aktiver Beitrag für die Verkehrssicherheit durch die Verbesserung und Beschleunigung der Fahrbahnräumung. Schon 1990 konnte durch seine Arbeit im Freistaat Bayern der Erlass festgeschrieben werden, der die Auswahl und Vermittlung von Abschleppunternehmen regelt. Er stand Pate für eine Vielzahl von Neuregelungen, die von anderen Bundesländern übernommen wurden. Auch die Schaffung des Berufsbildes zum 'Sachverständigen für das Bergungs- und Abschleppwesen' in den 80er Jahren mit TÜV und DEKRA wurde maßgeblich von Waldschütz gestaltet. Auf seine Initiative hin wurde 1996 die Arbeitsgemeinschaft Pannen- und Unfallhilfe e.V. (APU) mit dem Ziel gegründet, neben der Vermittlung der Notrufsäulenfälle auf den Bundesautobahnen auch in den an Bayern angrenzenden Bundesländern ein tragfähiges Auswahl- und Vermittlungsverfahren zu installieren. Auf seine Anregung hin wurde vor einigen Jahren gemeinsam mit dem Innenministerium, der Polizei und dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft der 'Arbeitskreis Abschleppen Bayern' installiert, der einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, das Miteinander von Hilfskräften und Abschleppbetrieben an der Einsatzstelle zu verbessern und den Beteiligten die Belange des jeweiligen Gegenübers zu verdeutlichen. Ein aktuell wichtiges Thema seiner Verbandstätigkeit ist, die Verständigung zwischen Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk in Bayern, aber auch in den anderen Bundesländern voranzutreiben. Ihm ist es zu verdanken, dass das Bergungs- und Abschleppgewerbe als moderne Dienstleistungssparte wahrgenommen wird.

Rudolf Zwesper (80) aus Fridolfing, Landkreis Traunstein

Ordensaushändigung am 22. Januar 2013 - Verdienstkreuz am Bande an Rudolf Zwesper
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Rudolf Zwesper ist seit 1966 aktives Mitglied im Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Kreisverband Traunstein, Bereitschaft Fridolfing. Er war von 1969 bis 1997 Bereitschaftsleiter. Seit 1968 ist er in der Ausbildung für Erste Hilfe tätig. Daneben übte er noch die Ehrenämter des Kreiskolonnenführers mit 15 Bereitschaften und den des Instruktors für Erste Hilfe im Kreisverband Traunstein aus. In dieser Eigenschaft übernahm er die Schulung der Ausbilder in den Bereitschaften. Zwesper war nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland für das BRK eingesetzt, wie zum Beispiel im Erdbebengebiet in Italien im Jahre 1981. Vom Februar 1973 bis zum Erreichen des Pensionsalters war er hauptamtlicher Mitarbeiter im Rettungsdienst des BRK. Auch hier besuchte er viele Ausbildungs- und Fortbildungsveranstaltungen und führte zum Teil selbst die Lehrgänge für ehrenamtliche Helfer im Rettungsdienst durch. Bis heute engagiert er sich in der Bereitschaft Fridolfing in den Bereichen der Ausbildung, Geräte- und Materialerhaltung sowie bei der Mittelbeschaffung.

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