Rechtsextremismus-Wanderausstellung „Die braune Falle“

München, 14. Juni 2013 (stmi). Vom 27. Juni bis 5. Juli 2013 ist im Innenministerium (Odeon) die Wanderausstellung „Die braune Falle - Eine rechtsextremistische ‚Karriere‘“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz zu sehen. Die Ausstellung richtet sich insbesondere an Schüler und Jugendliche.

Vorsicht - Falle!

Die braune Falle
© Bundesamt für Verfassungsschutz

Rechtsextremisten werben gezielt um Jugendliche. Sie setzen darauf, dass viele junge Menschen in ihrer politischen Überzeugung, ihren Werten und in ihrer Weltanschauung noch nicht gefestigt sind. Jugendliche sind oft auf der Suche nach Anerkennung, Orientierung, Gruppenzugehörigkeit, Spaß - und auch Provokation.

„Die Musik war klasse und die Leute echt cool.“ Ob Musik, Kleidung, Internet, Comics - Rechtsextremisten nutzen alle Möglichkeiten aus, um das Interesse von jungen Leuten zu wecken. Das ist gefährlich: für unsere Gesellschaft und den Staat, aber vor allem auch für diejenigen, die auf Rechtsextremisten hereinfallen und ihre Lebensperspektive einer menschenverachtenden Ideologie opfern.

Gemäß unserem Motto „Nein zu Nazis & Co.“ klären wir über die Gefahren des Rechtsextremismus auf, damit die braune Falle nicht zuschnappt. Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) die Wanderausstellung „Die braune Falle - Eine rechtsextremistische ‚Karriere‘“ des Bundesamts für Verfassungsschutz zu Gast.

Wann?

Vom 27. Juni bis 5. Juli 2013.

Wo?

Bayerisches Staatsministerium des Innern
- Odeon -
Odeonsplatz 3
80539 München

Bitte beachten Sie, dass beim Innenministerium grundsätzlich keine Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Sie erreichen uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

  •     U-Bahnlinien: U3, U4, U5, U6 (Haltestelle: Odeonsplatz)
  •     Buslinie: 100 (Haltestelle: Odeonsplatz)

Öffnungszeiten

Tag Uhrzeit
Montag bis Mittwoch 8:30 bis 16:30 Uhr
Donnerstag 8:30 bis 17:30 Uhr
Freitag 8:30 bis 13:00 Uhr

Hinweis: Am Mittwoch, 3. Juli, ist die Ausstellung wegen einer Diskussion des Herrn Staatsministers mit Schülern zum Thema Rechtsextremismus erst ab 13:00 Uhr für den Besucherverkehr geöffnet.

Was zeigt die Ausstellung?

„Die braune Falle“ richtet sich an alle politisch Interessierten, insbesondere jedoch an Jugendliche und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe. Ziel der Ausstellung ist es, über Rechtsextremismus nicht mit erhobenem Zeigefinger zu informieren, sondern Jugendliche einen Schritt näher herantreten und hinter die Fassaden blicken zu lassen. Der fiktive Aussteiger Mario S. erzählt seine persönliche Geschichte, die als roter Faden durch die Ausstellung führt. Die Besucher erhalten so „auf Augenhöhe“ einen Einblick in die Strategie und Strukturen der rechtsextremistischen Szene. Sie können miterleben, wie aus anfänglicher Faszination blutiger Ernst werden kann.

Im Leben des Mario S. gibt es sechs „Meilensteine“ nach denen auch die Ausstellung aufgebaut ist:

  1. Der Suchende
    ...nach Halt und Orientierung
  2. Der Verführte
    …die gefährliche Faszination (Musik, Internet…)
  3. Der Kamerad
    …rechtsextremistische Gruppierungen und Szenen
  4. Der Anstifter
    …Ideologie und Wurzeln im „Dritten Reich“
  5. Der Täter
    …rechtsextremistische Gewalt
  6. Der Aussteiger
    …der lange und schwierige Weg zurück in die Gesellschaft

Neben Infotafeln gibt es auch Multimedia-Stationen, an denen man zum Beispiel Bild-, Ton- und Filmdokumente abspielen kann.

Anmeldung von Schulklassen

Für Schulklassen ist eine Voranmeldung erforderlich. Sie können sich unter folgenden Telefonnummern anmelden: 089/2192-2248 oder 089/2192-2243. Die Besichtigung der Ausstellung dauert etwa eine Stunde.

Fragen und Diskussionen

Für Fragen und Diskussionen stehen während der gesamten Ausstellung gerne Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz und der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) zur Verfügung.

Eröffnung am 26. Juni 2013

Ausstellungseröffnung Braune Falle - Thomas Haldenwang  (Bundesamt für Verfassungsschutz), Gerhard Eck (Innenstaatssekretär), Dr. Burkhard Körner (Präsident des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz)
© Bayerisches Staatsministerium des Innern

Am 26. Juni 2013 eröffnete Staatssekretär Gerhard Eck die Wanderausstellung im Odeon. Mit dabei waren der Ständige Vertreter des Vizepräsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang und der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Dr. Burkhard Körner.

Dabei betonte Gerhard Eck: "Wir müssen verhindern, dass junge Leute überhaupt erst in den Sog extremistischer Szenen geraten. Daher ist es wichtig, dass unsere Jugendlichen bereits frühzeitig über den Rechtsextremismus und seine Gefahren aufgeklärt werden. Dazu leistet die Ausstellung einen wichtigen Beitrag."

Ein besonderer Dank gilt der Big Band des Wittelsbacher-Gymnasiums München, die die Veranstaltung musikalisch begleitete.

Staatsminister Herrmann diskutiert mit Schülern der 9. Klasse

Anlässlich der Ausstellung "Die braune Falle" diskutiert Staatsminister Joachim Herrmann am 3. Juli mit Schülern der Klasse 9 d der Realschule Vaterstetten über das Thema Rechtsextremismus
© Bayerisches Staatsministerium des Innern

Am 3. Juli 2013 besuchten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 d der Staatlichen Realschule Vaterstetten die Wander-Ausstellung "Die Braune Falle". Nach einer Einführung durch die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) und einer Besichtigung der Ausstellung diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Staatsminister Joachim Herrmann über das Thema Rechtsextremismus.

Staatsminister Joachim Herrmann: "Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mit den Schülerinnen und Schülern aus dieser 9. Klasse ihre eigenen Erlebnisse diskutieren konnte, was sie beispielsweise an extremistischen Inhalten im Internet erleben oder wie sie manche Berichterstattungen in Fernsehen und Zeitungen über Neonazis empfinden. Mich interessiert auch, welche Erwartungen die jungen Menschen an den Staat haben, wie er sich darum kümmern sollte, gegen Neonazis aktiv zu sein."

Susanne Bechthold-Weng, Lehrerin an der Staatlichen Realschule Vaterstetten: „Für die Schüler ist es ein ganz großer Unterschied, ob wir Lehrer vor der Klasse stehen und etwas erzählen oder ob von außen jemand kommt. Und gerade hier, wo so viele Stellen zusammenlaufen, Polizei und Innenministerium, ist das für Schüler eine ganz tolle Erfahrung.“