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© Giulia Iannicelli

Herrmann händigt Bundesverdienstkreuze aus

Erlangen, 18. Dezember 2019 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat in Erlangen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Polizeioberrat a. D. Hermann Benker, Prof. Dr. Margareta Klinger, Altbürgermeister Anton Seitz und Elisabeth Walter ausgehändigt.

Hermann Benker

Hermann Benker aus Sparneck, Landkreis Hof, Polizeioberrat a. D., gestaltet seit über 40 Jahren mit großem Sachverstand und außerordentlichem persönlichen Engagement die Geschicke der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Bayern mit. Er hat sich damit in besonderer Weise für die Belange der Polizistinnen und Polizisten des Freistaates Bayern und weit darüber hinaus verdient gemacht. Während seines aktiven Polizeidienstes war er 16 Jahre lang Personalratsvorsitzender bei der Polizeidirektion Hof. Er war Mitglied und bald darauf auch Vorsitzender des Bezirkspersonalrats beim Polizeipräsidium Oberfranken sowie ab 1986 Mitglied des Hauptpersonalrats beim Bayerischen Innenministerium. 1973 trat er in die DPolG ein und war dort jahrelang Vorsitzender des Kreisverbandes Hof. Daneben hatte er zehn Jahre lang den Vorsitz des Bezirksverbandes Oberfranken inne. Von 1995 bis 2003 war er außerdem zunächst stellvertretender Landesvorsitzender und ab 2003 Landesvorsitzender der DPolG. Von 2007 bis 2015 war er zudem als erster stellvertretender Bundesvorsitzender tätig. Ende der 90er-Jahre setzte er sich dafür ein, dass die sogenannte Polizeizulage in Bayern in gewohnter Weise beibehalten wurde. Er engagierte sich für die Einführung von sogenannten Cybercops in Bayern, wodurch Informatiker und IT-Spezialisten direkt eingestellt werden konnten.

Ein großes Anliegen war ihm auch die enge Zusammenarbeit mit der in Bayern ansässigen Stiftung der DPolG. Er widmete sich in besonderer Weise der Dienstunfallfürsorge sowie der Betreuung und dem Wohlergehen der von Gewalt gegen Angehörige des öffentlichen Dienstes betroffenen Familien. Darüber hinaus war er ein Jahrzehnt lang stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes. Auch hier hat er sich herausragende Verdienste um die Vertretung der Interessen der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes erworben. Intensiv begleitete er die Vorbereitung und Umsetzung des Neuen Dienstrechts in Bayern. Seit 2018 ist er außerdem stellvertretender Vorsitzender der Grundsatzkommission Europa des Deutschen Beamtenbundes. Die europäische Verständigung ist ihm ein Herzensanliegen. Daher ist er auch weiterhin für die gewerkschaftliche Vertretung der Bundesorganisation der DPolG auf europäischer Ebene in Kooperation mit der Europäischen Polizeiunion aktiv. Neben seinem herausragenden Engagement im Polizeibereich hat er sich auch in der örtlichen Kommunalpolitik hervorgetan. Seit 1996 ist er Mitglied im Marktgemeinderat des Marktes Sparneck und war dort bis 2002 als zweiter Bürgermeister tätig. Darüber hinaus war er bis 2015 als ehrenamtlicher Beisitzer am Verwaltungsgericht Ansbach tätig und wirkt seit 2016 als ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht Nürnberg.

Prof. Dr. Margareta Klinger

Prof. Dr. Margareta Klinger aus Uttenreuth, Landkreis Erlangen-Höchstadt, engagiert sich seit über fünf Jahrzehnten in vielfacher Weise ehrenamtlich und setz sich vorbildlich sowohl für die soziale und kulturelle Förderung als auch für die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen ein. Sie leitete 40 Jahre lang die Poliklinik der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Erlangen und habilitierte sich 1980 als erste Frau in Deutschland überhaupt für das Fach Neurochirurgie. 2005 wurde sie zum Ehrenmitglied der 'Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie' ernannt. Trotz ihres Ruhestands nimmt sie weiterhin eine Reihe an ärztlichen Vertretungen im Klinikum wahr. Seit 2011 übt sie zudem das Ehrenamt der Patientenfürsprecherin des Universitätsklinikums Erlangen aus. Seit 2012 ist sie außerdem Mitglied des Klinischen Ethikkomitees und engagiert sich hier seit 2015 in der Arbeitsgruppe der Ethikberatung des Universitätsklinikums Erlangen. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Lymphselbsthilfegruppe Erlangen und des Bundesverbandes für lymphostatische Erkrankungen.

Neben ihrem beeindruckenden Einsatz im Gesundheitsbereich engagiert sie sich auch mit großem Erfolg für kirchliche und musikalische Belange. So war sie über viele Jahre hinweg in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Uttenreuth tätig. Ihr besonderes Engagement galt dabei der Kirchenmusik. Seit 1967 ist sie außerdem aktives Mitglied des Bachchors Erlangen. Eines ihrer Herzensanliegen ist es, die klassische Musik sowohl im Gottesdienst als auch in zahlreichen Konzerten zu fördern und zu Gehör zu bringen. Sie veranstaltete in Uttenreuth bereits mehrfach große Kirchenkonzerte mit dem Windsbacher Knabenchor, für den sie sich ebenfalls stark engagiert und als zweite stellvertretende Vorsitzende der Fördergesellschaft und als Mitglied des Stiftungsrates der 'Stiftung Windsbacher Knabenchor' zahlreiche repräsentative Termine und viele organisatorische Aufgaben übernimmt. Zu ihren besonderen Verdiensten gehört auch ihr Engagement bei der christlichen Initiative für Strafgefangene und Strafentlassene 'CISS e. V.' in Nürnberg, bei dem sie sich seit 1981 ehrenamtlich, inzwischen sogar als 1. Vorsitzende, engagiert. Sie ist außerdem Gründungsmitglied des 2015 ins Leben gerufenen Vereins 'FUGE – Flüchtlinge in Uttenreuth Gemeinsam Eingliedern' und kümmert sich dort um die medizinische Betreuung. Ferner engagiert sie sich als Mitglied in den Förderkreisen der Kindergärten in Uttenreuth sowie als Mitglied des Förderkreises des Emil-von-Behring-Gymnasiums in Spardorf.

Anton Seitz

Anton Seitz aus Wolframs-Eschenbach, Landkreis Ansbach, ist Altbürgermeister und Finanzbeamter im Ruhestand. Er engagiert sich bereits seit über viereinhalb Jahrzehnten beruflich und ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen. 1978 wurde er erstmals in den Stadtrat der Stadt Wolframs-Eschenbach gewählt und wurde 1984 Erster Bürgermeister. Dieses Amt übte er zunächst im Ehrenamt und von 1990 bis 2008 als hauptamtlicher Bürgermeister aus. Er war maßgeblicher Gestalter und Lenker vielfältigster Projekte, wie beispielsweise der Einrichtung einer neuen Kinderkrippe – der ersten im gesamten Landkreis Ansbach –, der Errichtung eines modernen Bauhofs mit Wertstoffhof sowie der Umsetzung eines attraktiven Gewerbegebiets, das mit kleineren und mittleren Betrieben besiedelt wurde, wodurch die Zahl der Arbeitsplätze nahezu verdoppelt werden konnte. Ihm war auch wichtig, die Bausubstanz der großteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammenden Gebäude in der Altstadt sowie den nahezu gänzlich vorhandenen Doppel-Stadtmauerring aus dem 14. und 15. Jahrhundert zu erhalten und gleichzeitig das Zentrum als lebendiges Gemeinwesen zu bewahren. Im Alten Rathaus wurde unter seiner Ägide das Wolfram-von-Eschenbach Museum eingerichtet und das Wolfram-von-Eschenbach-Denkmal generalsaniert. Er ließ den Stadtgrabenbereich als Grüngürtel zur Naherholung gestalten und den Schießweiher vor dem Unteren Tor wieder neu anlegen. So konnte der Tourismus angekurbelt werden. Wolframs-Eschenbach wurde dafür inzwischen sogar mit der Auszeichnung 'Staatlich anerkannter Erholungsort' gewürdigt.

Wegen der dichten Bauweise der Altstadt widmete er sich verstärkt dem Feuerwehrwesen und sorgte für zeitgemäße Rahmenbedingungen. Er wirkte unter anderem bei der Gründung des Musikvereins Wolframs-Eschenbach, der örtlichen Volkshochschule und des Sport-Jugend-Fördervereins des ortsansässigen Sportvereins mit. Selbst brachte er sich zudem über viele Jahre in der 'Spielvereinigung DJK Wolframs-Eschenbach' unter anderem als Mitglied in der Gesamtvorstandschaft sowie in der Schützenabteilung ein. Des Weiteren war er 17 Jahre lang Mitglied im Pfarrgemeinderat der Katholischen Pfarrgemeinde Wolframs-Eschenbach. Auch den Vorsitz des Partnerschaftskreises, der die ihm besonders am Herzen liegende Städtepartnerschaft mit der Stadt Donzenac im Limousin/Frankreich pflegt, hat er seit 2008 inne. Seit 1978 ist er außerdem Mitglied im Kreistag des Landkreises Ansbach und war von 2002 bis 2008 stellvertretender Landrat des Landkreises Ansbach. Seit 2008 gehört er dem Präsidium des Bayerischen Landkreistages an. 2010 wurde er vom Kreistag als Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderung bestellt.

Elisabeth Walter

Elisabeth Walter aus Fürth engagiert sich seit über drei Jahrzehnten ehrenamtlich und bringt sich insbesondere für die Förderung und Gleichstellung der Mädchen und Frauen in der Gesellschaft und im Berufsleben ein. Mit ihren Ideen und ihrer tatkräftigen Hilfe hat sie sich in zahlreichen Bereichen und bei der Umsetzung vielfältiger Projekte für soziale Gleichberechtigung und Toleranz verdient gemacht. Sie war zunächst vier Jahre lang Klassenelternsprecherin an der Grundschule in Fürth und anschließend von 1990 bis 1998 stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende des Hardenberg-Gymnasiums. Sie gestaltete die Schul- und Weihnachtsfeiern des Gymnasiums mit und stand den Eltern der Schülerinnen und Schüler bei Problemen beratend zur Seite. Außerdem vertrat sie das Gymnasium als sogenannte 'Außenministerin' bei der Landes-Elternvereinigung der Gymnasien in Bayern. Dabei stellte sie für den Verein Anträge zur Verstärkung der pädagogischen Ausbildung der Gymnasiallehrerinnen und -lehrer und richtete Treffen der Landeselternvereinigung in Fürth und Nürnberg aus. Zusätzlich organisierte sie Podiumsdiskussionen sowie Gespräche mit Mitgliedern des Landtages wegen zusätzlicher Planstellen.

Von 1997 bis 2001 brachte sie sich als Vorsitzende des Ortsfrauenausschusses Fürth und als Mitglied des Bezirksfrauenausschusses Mittelfranken der Gewerkschaft 'Handel, Banken und Versicherungen' ein. Dabei engagierte sie sich insbesondere bei Aktionen zur Gleichstellung bei der Bezahlung von Männern und Frauen sowie beim jährlichen Internationalen Frauentag. Sie ist darüber hinaus Mitglied des Frauenforums Fürth, beteiligt sich an gemeinsamen Aktionen des Frauenforums und der Gleichstellungsstelle der Stadt Fürth, nimmt an den regelmäßigen Sitzungen des Forums teil und bemüht sich um die Vernetzung verschiedener Institutionen und Verbände mit frauen- und gleichstellungspolitischen Inhalten. Beinahe 15 Jahre lang war sie zudem Mitglied im Multikulturellen Frauentreff Fürth und gab regelmäßig Deutschunterricht für irakische Flüchtlingsfrauen. Von 2001 bis 2009 übernahm sie bei der Gewerkschaft ver.di das Amt der Vorsitzenden des Bezirksfrauenrates Mittelfranken, fungierte gleichzeitig als Mitglied des Ortsvereinsvorstandes Fürth und arbeitete im Landesbezirksfrauenrat mit. Seit 2008 bringt sie sich außerdem als Lohnsteuerbeauftragte der Gewerkschaft ver.di Bezirk Mittelfranken ein und hilft vielen ver.di-Mitgliedern bei der Erstellung ihrer Einkommenssteuererklärung. Zusätzlich engagiert sie sich seit 2005 bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) als stellvertretendes Mitglied im AOK-Beirat Mittelfranken und als erste Stellvertreterin im Widerspruchsausschuss für die Versicherten der Kasse.