Die Feuerwehr rückt aus
© Kreisbrandmeister Daniel Eisen, Landkreis Ebersberg

Einsatzstatistik 2016 der Feuerwehren in Bayern – Kurzbericht

Im Freistaat Bayern sind im Jahr 2016 die Feuerwehren rund 212.000-mal ausgerückt und über Wachalarm, Sirene oder Meldeempfänger alarmiert worden. Rein rechnerisch entspricht dies rund einem Einsatz alle zweieinhalb Minuten auf den Berichtszeitraum gesehen. Zusätzlich wurden noch rund 37.000 Brandsicherheitswachen geleistet.

Damit ist die Einsatzbelastung für die haupt- und zum großen Teil ehrenamtlichen Feuerwehrdienst-leistenden gegenüber dem Vorjahr rein rechnerisch ein klein wenig geringer ausgefallen. Die Feuerwehrfrauen und -männer wurden zu rund 17.000 Bränden, 111.000 Technischen Hilfeleistungen und 62.000 Rettungsdiensteinsätzen gerufen. Bei rund einem Neuntel der Einsätze rückten sie jedoch vergeblich aus. Bedauerlich ist diese immer noch sehr hohe Zahl von über 23.000 Fehlalarmen, weil jede Alarmierung gerade die Helferinnen und Helfer bei den Freiwilligen Feuerwehren belastet, da sie entweder von Ihrem Arbeitsplatz, aus ihrer Freizeit oder auch der Nachtruhe zum Einsatz gerufen werden.

Die Anzahl der Einsätze bei den Technischen Hilfeleistungen ist im Berichtsjahr durch die Ende Mai bis Anfang Juni 2016, mit wechselnden Schwerpunkten, im Westen und Süden Deutschlands aufgetretenen sehr starken Regenfälle geprägt. So ist etwa ein Zehntel der THL-Einsätze im Freistaat im Laufe des vergangenen Jahres durch Wetterfolgen verursacht worden.

Diese wichtigen Leistungen für die Allgemeinheit wurden von den 7.611 Freiwilligen Feuerwehren, 7 Berufsfeuerwehren sowie 168 Werk- und 51 Betriebsfeuerwehren im Freistaat erbracht. Hier leisten rund 321.000 Personen, davon knapp 312.000 ehrenamtlich, aktiven Feuerwehrdienst. Erfreulich dabei ist, dass die Anzahl der weiblichen Dienstleistenden mit über 28.000 Feuerwehrfrauen kontinuierlich zunimmt. Dieses hohe Potenzial ist natürlich unter anderem auch der nicht unerheblichen Jugendarbeit in über 5.400 Jugendgruppen mit rund 48.500 Mitgliedern zuzuschreiben, wobei hier der Anteil der weiblichen Mitglieder schon rund ein Viertel beträgt.

Im letzten Jahr konnten die Feuerwehren 1.124 Mitbürgerinnen und Mitbürger bei Bränden retten. Über Feuerwehrleitern wurden zusätzlich 1.197 Personen gerettet. Für 58 Opfer kam leider jegliche Hilfe zu spät und sie konnten nur noch tot geborgen werden. Beide Zahlen zeigen, welche Bedeutung weiterhin die Menschenrettung bei Bränden trotz tendenziell abnehmenden Einsatzzahlen bei Brandeinsätzen einnimmt.

Bei den technischen Hilfeleistungen und Verkehrsunfällen ist auch eine Zunahme bei der Personenrettung im Vergleich zu den Zahlen des Vorjahres zu vermelden. So konnten die Feuerwehrleute 10.413 Bürgerinnen und Bürger retten. Bei 1.570 Personen war keine Hilfeleistung mehr möglich und sie konnten nur noch tot geborgen werden. Bei der organisierten Ersten Hilfe („First Responder“) konnte 8.859 Personen von den Feuerwehrdienstleistenden geholfen werden, für 439 Menschen kam auch diese schnelle Hilfe leider zu spät.

Neben der o. a. Abdeckung der Pflichtaufgaben wurden die Feuerwehren auch knapp 17.000-mal in anderen Fällen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit, Brandschutzerziehung, Verkehrsabsicherung, etc.) für die Allgemeinheit tätig.

Dieses Engagement der vielen Helfer, die selbstlos und oft unter Einsatz ihrer Gesundheit oder auch des Lebens den Dienst für die Gemeinschaft verrichten, hat auch seinen Preis: so wurden im Berichtsjahr 2016 nach Angaben der Kommunalen Unfallversicherung Bayern 1.985 Feuerwehrdienstleistende hauptsächlich beim Einsatz- und Übungsdienst verletzt. Glücklicherweise war  kein tödlicher Unfall im Feuerwehrdienst zu verzeichnen. Nur ein sehr geringer Teil der Fälle waren Wegeunfälle.

Der Freistaat Bayern fördert den Brandschutz und den Technischen Hilfsdienst. So wurden 2015 an die Gemeinden und Landkreise für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und -geräten sowie den Bau von Feuerwehrgerätehäusern staatliche Zuschüsse in Höhe von rund 33,4 Millionen Euro ausbezahlt.