Das neue Landesamt für Bevölkerungsschutz im Bayerischen Innenministerium
Krisen, Umweltkatastrophen, geopolitische Gefahren – um solche Situationen meistern zu können, ist vor allem eins entscheidend: Bestmögliche Vorbereitung auf verschiedene Szenarien, koordiniertes und gemeinsames Handeln im Ernstfall und effektive Führungsstrukturen auf staatlicher, regionaler und kommunaler Ebene.
Dafür sorgt seit April 2026 das Landesamt für Bevölkerungsschutz. Im Bayerischen Innenministerium angesiedelt, ist es das erste seiner Art in Deutschland.
Was sind die Kernkompetenzen des Landesamts?
Stärke
Den Bevölkerungsschutz bestehend aus Brandschutz, Rettungsdienst sowie Katastrophen- und Zivilschutz und die Zivile Verteidigung auf Landesebene spürbar ausbauen.
Kooperation
Das Zusammenwirken von Kräften der Feuerwehren, der Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie des Technischen Hilfswerks wirksam landesweit verzahnen, um Einsatzlagen gemeinsam noch besser bewältigen zu können.
Effizienz
Kurze Wege und reibungslose Abläufe, damit bestehende Strukturen auf Landesebene zusammen noch schlagkräftiger agieren.
Strategie
Bestmögliche Vorbereitung auf verschiedene Szenarien, stärkerer Fokus auf Einsatzkonzepte und regelmäßige organisationsübergreifende Übungen.
Alles unter einem Dach: Das Landesamt im Innenministerium
Kompetenzen vereint. Schlagkraft garantiert.
Das Landesamt für Bevölkerungsschutz (LfB) ist Teil des Bayerischen Innenministeriums, denn ein gesondertes Landesamt würde die Wege verlängern und könnte zu Informationsverlusten führen. Die räumliche Nähe zur ebenfalls im Bayerischen Innenministerium ansässigen Bayerischen Polizei und deren Lagezentrum garantiert im Ernstfall weiterhin kurze Wege und erleichtert die Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen. Im Landesamt selbst arbeiten rund 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Sicherheit Bayerns. Insgesamt stehen in allen Einsatzorganisationen in Bayern ca. 450.000 Einsatzkräfte zur Verfügung.
Sieben Sachgebiete bilden künftig das Rückgrat des Bevölkerungsschutzes in Bayern
Die wichtigsten Aufgaben der Sachgebiete sind unter anderem:
- Einholen und Erstellen von Lageinformationen und Lagebildern
- Warnung der Bevölkerung
- Leitung bayernweiter Einsätze durch die Führungsgruppe Katastrophenschutz Land Bayern (FüGK-By)
- Sitz des Bayerischen Melde- und Lagezentrums für den Bevölkerungsschutz (BayMLZ)
- Organisation des fach- und organisationsübergreifenden Katastrophenschutzes
- Konzepterstellung für außergewöhnliche Großschadenslagen wie etwa Wald- und Vegetationsbrände
- Konzeptionen, etwa für die überregionale Kooperation mit benachbarten Ländern, den Einsatz von Spontanhelfern sowie der Psychosozialen Notfallversorgung
Organisation der gesamten Kommunikationstechnik im Bevölkerungsschutz, darunter auch:
- die Notrufnummer 112
- die Nutzung des BOS Digitalfunks im Bevölkerungsschutz
- die Satellitenkommunikation
- die Betreuung zentraler IT-Anwendungen
- Beschaffung von Einsatzmitteln
- Haushaltsangelegenheiten des Landesamts
- Verwaltung der staatlichen Ausstattung, der ergänzenden Ausstattung des Bundes und der künftigen Katastrophenschutzlager
- Angelegenheiten des Bayerischen Zentrums für besondere Einsatzlagen (BayZBE)
- Rechtsfragen des Bevölkerungsschutzes
- Schnittstelle zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
- Bündelung fachlicher und rechtlicher Angelegenheiten der Feuerwehren, wie den vorbeugenden Brandschutz
- Feuerwehrbedarfsplanung
- Aus- und Fortbildung der Feuerwehren
- Angelegenheiten der drei Staatlichen Feuerwehrschulen
- Alarmierungsplanung
- übergreifende Angelegenheiten für das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz
- Recht und Organisation des Rettungsdienstes samt Wasserrettung, Berg- und Höhlenrettung
- Angelegenheiten des Bayerischen Zentrums für Alpine Sicherheit (BayZAS)
- Systemsteuerung des Telenotarztes
- Betrieb des Notfallregisters
- Rechtsaufsicht über das Bayerische Rote Kreuz
- ressortübergreifende Koordinierung der Angelegenheiten der Zivilen Verteidigung einschließlich Zivilschutz, insbesondere Stärkung des Selbstschutzes der Bevölkerung
- Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz
- sektorenübergreifende Angelegenheiten des physischen Schutzes Kritischer Infrastrukturen
Aktuelles: Disaster Research Days 2026 in München
Die Disaster Research Days zählen zu den maßgeblichen europäischen Fachkonferenzen, die sich mit den Themen Katastrophenforschung, Resilienz und Krisenmanagement befassen. Über einen Zeitraum von drei intensiven Tagen kommen in München internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Einsatzorganisationen, Behörden und Politik zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu analysieren und zukunftsweisende Lösungen zur Risikominimierung bei Katastrophen zu erarbeiten. Das Programm wird abwechslungsreich: Neben inspirierenden Keynote‑Vorträgen, in denen führende Wissenschaftler und Entscheidungsträger aktuelle Trends und langfristige Perspektiven skizzieren, stehen interaktive Austauschformate, die einen partizipativen Dialog zwischen Forschung, Praxis und Politik ermöglichen.
Gleichzeitig stärkt die Konferenz den Aufbau von Kooperationsnetzwerken zwischen europäischen Institutionen, um Synergien zu schaffen und Ressourcen effizient zu bündeln. Durch die Einbeziehung innovativer Forschung trägt die Veranstaltung maßgeblich zur Weiterentwicklung von Politikinstrumenten bei, die die gesellschaftliche Resilienz gegenüber immer komplexeren Katastrophenrisiken nachhaltig erhöhen.
Die DRD 26 werden gemeinsam mit der Europäischen Kommission, dem Disaster Competence Network Austria und der Universität der Bundeswehr München organisiert.
The Disaster Research Days (DRD) are one of Europe’s leading conferences on disaster research, resilience and crisis management. Over the course of three intensive days in Munich international experts from academia, operational organisations, authorities and politicians assemble to analyse current challenges and develop promising solutions to reduce the risk of disasters. The program offers a wide variety of formats: In addition to inspiring keynote presentations, in which leading scientists and decision-makers outline current trends and long-term perspectives, interactive exchange formats are available that enable a participatory dialogue between research, practice and politics.
In addition, the Conference strengthens the development of cooperation networks among European institutions to create synergies and pool resources efficiently. By integrating innovative research, the event significantly contributes to the advancement of policy instruments that sustainably increase societal resilience to increasingly complex disaster risks.
DRD 26 is co-organised with the European Commission, Disaster Competence Network Austria and the University of the Federal Armed Forces of Munich.