Einsatz für Freiheit und Demokratie

München, 9. November 2013 (stmi). Extremistische Ideologien dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Innenminister Joachim Herrmann hat am 9. November 2013 zusammen mit dem Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä und der Münchner Stadträtin Elisabeth Schosser an der Gedenktafel der Münchner Residenz einen Kranz für die Polizeibeamten niedergelegt, die während des Hitlerputschversuchs 1923 ums Leben gekommen sind.
© Polizeipräsidium München

Anlässlich des 90. Jahrestages des Hitlerputschversuchs rief Staatsminister Joachim Herrmann die Menschen dazu auf, die Werte unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung entschlossen zu verteidigen und aktiv für Menschenrechte einzutreten: "Auch heutzutage müssen wir unseren freiheitlichen Rechtsstaat mit allen Mitteln der wehrhaften Demokratie entschlossen gegen Bedrohungen und Anfechtungen schützen."

Eine wehrhafte Demokratie braucht aufgeklärte und mündige Bürger; Menschen, die hinschauen und sich mutig gegen Extremismus jeder Art wenden. Die geistige Auseinandersetzung mit Intoleranz und Gewalt ist genauso wichtig wie ein breites bürgerschaftliches Engagement gegen Extremismus und für Menschenrechte. Zentrale Säulen sind daher Prävention und Aufklärung. Dazu gehört Demokratieerziehung in der Schule genauso wie die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE). Mit diesen und anderen Maßnahmen setzt Bayern viele Hebel in Bewegung, um jegliche Form von Extremismus bereits im Keim zu ersticken.

Das konsequente Vorgehen der Bayerischen Staatsregierung gegen rechtsextremistische Umtriebe zeigt auch die große Durchsuchungsaktion bei führenden Rechtsextremisten in ganz Bayern im Juli 2013. Im Zusammenhang mit vereinsrechtlichen Ermittlungen gegen das Freie Netz Süd wurde dabei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. "Unsere Maßnahmen haben die rechtsextremistische Szene spürbar verunsichert", so der Innenminister.

Gescheiterter Hitlerputsch 1923

Zusammen mit dem Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä und der Münchner Stadträtin Elisabeth Schosser hat Staatsminister Joachim Herrmann bei einer Kranzniederlegung der Polizeibeamten gedacht, die während des Hitlerputschversuchs am 9. November 1923 ums Leben kamen.

An diesem Tag spielten sich an der Münchner Feldherrnhalle dramatische Ereignisse ab: Der Nationalsozialist Adolf Hitler hatte schon am Vorabend versucht, durch einen bewaffneten Aufstand die Regierung in Berlin abzusetzen und selbst die Macht zu ergreifen. Zu diesem Zweck verbündete er sich mit rechtsradikalen Kräften und wollte gleichzeitig rechtskonservative Kreise in der bayerischen Regierung und Verwaltung auf seine Seite ziehen.

Am Morgen des 9. November marschierten die Nationalsozialisten unter Führung Adolf Hitlers auf die Feldherrnhalle zu. Die Polizisten der 2. Polizei-Hundertschaft, die in der Residenz stationiert waren, brachten den Aufmarsch zum Stoppen. Bei dem Versuch die Putschisten zurückzudrängen, kam es zu einem Schusswechsel, bei dem Polizei-Oberwachtmeister Friedrich Fink, Polizei-Unterwachtmeister Nikolaus Hollweg, Polizei-Hilfswachtmeister Max Schoberth und Polizei-Hauptmann Rudolf Schraut getötet wurden.

Selbstloser Einsatz für die Demokratie

"Die Polizisten haben durch ihren selbstlosen Einsatz ehrenhaft die Demokratie verteidigt und damit verhindert, dass schon damals eine Diktatur errichtet werden konnte", so Staatsminister Joachim Herrmann. "Wir dürfen diese Menschen und ihren Einsatz für die Republik und die Demokratie, für die sie ihr Leben ließen, nicht vergessen. In der Zeit des Nationalsozialismus hat das NS-Regime vorwiegend an die an der Feldherrnhalle getöteten Nationalsozialisten erinnert und sie zu Helden stilisiert. Die vier Polizisten haben sich aber entschlossen den Feinden der Freiheit und Demokratie entgegengestellt und damit ein Beispiel für nachfolgende Generationen gesetzt."

Zum ehrenden Gedenken hat er vor genau drei Jahren eine Gedenktafel an der Westfassade der Münchner Residenz neben dem Durchgang zum Kaiserhof anbringen lassen. Diese erinnert seither an die vier getöteten Polizeibeamten. Die Inschrift der Bronzeplatte ist ganz bewusst in der Schriftart "Futura" gefertigt. Entworfen wurde die Schrift von dem deutschen Grafikdesigner Paul Renner in den 20er-Jahren, der als aufrechter Demokrat 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten emigrieren musste. Die Inschrift hat neben den Namen der Getöteten folgenden Wortlaut:

"Im Gedenken an die Angehörigen der Bayerischen Landespolizei, die bei der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuchs am 9. November 1923 an der Feldherrnhalle erschossen wurden."

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