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Sicherheit am und im Wasser: Baderegeln und Sicherheitstipps

Ob beim Schwimmen, Planschen oder Entspannen am Ufer – das Wasser fasziniert uns besonders an heißen Sommertagen. Doch Unachtsamkeit, Kälte oder Strömungen können schnell zu gefährlichen Situationen führen, selbst für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer. Auf dieser Seite finden Sie konkrete Sicherheitstipps und anschauliche Informationen, damit alle das Wasser unbeschwert genießen können. Die Sicherheitshinweise wurden gemeinsam mit der Wasserwacht Bayern und der DLRG Bayern erarbeitet.

Die größten Gefahren beim Baden in Seen und Flüssen

Warum Strömungen so gefährlich sind

Die Zahl tödlicher Badeunfälle ist auf einem anhaltend hohem Niveau. Die Ursachen können vielfältig sein:

  • Fehlende oder nicht ausreichende Schwimmkenntnisse: Immer weniger Kinder erlernen frühzeitig sicheres Schwimmen, gleichzeitig zieht es immer mehr Menschen bei hohen Temperaturen in unbewachte Gewässer.
  • Selbstüberschätzung: Oft kommt es hierdurch zu gefährlichen Situationen
  • Alkohol und Drogen erhöhen das Risiko für Badeunfälle
  • Starke Temperaturunterschiede zwischen Luft und Wasser können für Kreislauf-Probleme sorgen: Deshalb nie erhitzt ins kalte Wasser springen!
  • Verborgene Strömungen werden oft unterschätzt und können selbst für erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer gefährlich werden.

Die wichtigsten Baderegeln auf einen Blick

Dos:

  1. Nur schwimmen oder baden, wenn man sich gesund und fit fühlt.
  2. Auf Warnhinweise, Baderegeln sowie Flaggen und Schilder zu Strömungen, Wind oder anderen Gefahren achten.
  3. Kinder beim Baden und Schwimmen aktiv beaufsichtigen.
  4. Vor dem Baden duschen und den Körper langsam an das Wasser gewöhnen.
  5. Als Nichtschwimmer nur bis zur Körpermitte ins Wasser gehen und flache Bereiche nutzen.
  6. Auf Boote, Stand up Paddle Boards und andere Wasserfahrzeuge achten und ausreichend Abstand halten.
  7. Bei Fahrten mit dem Boot, Kanu oder Stand Up Paddle Board immer eine Rettungsweste tragen.
  8. Bei Gewitter das Wasser sofort verlassen.
  9. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten keine vollständige Sicherheit im Wasser, sie sollten daher nur unterstützend verwendet werden.
  10. Natur, Gewässer und Ufer sauber halten und Abfälle ordnungsgemäß entsorgen.

Don'ts:

  1. Nicht mit vollem oder völlig leerem Magen schwimmen oder baden gehen.
  2. Nicht unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss ins Wasser gehen.
  3. Kinder niemals unbeaufsichtigt am oder im Wasser lassen.
  4. Nie in unbekannte Gewässer springen, keine riskanten Sprünge.
  5. Nicht gegen starke Strömungen anschwimmen oder die eigenen Schwimmfähigkeiten überschätzen.

Die Anzahl der Badeunfälle in Bayern liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Ich appelliere deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger im Freistaat: Beachten Sie die gängigen Baderegeln, achten Sie auf sich und andere! Seien Sie bei Ihrem Badeausflug aufmerksam und helfen Sie insbesondere Kindern und Erwachsenen, die im Wasser nicht allzu sicher wirken. Gemeinsam für mehr Sicherheit in und am Wasser!

Innenminister Joachim Herrmann, MdL

Schnelle Hilfe bei Badeunfällen

Was kann ich tun?

Ertrinkende schreien nicht – sie kämpfen lautlos ums Über­leben. Achten Sie auf unter­gehende Köpfe, fahrige Bewegungen oder fehlende Schwimm­züge.

Alarmieren Sie sofort den Rettungs­dienst! Geben Sie den genauen Ort an und fordern Sie Umstehende zur Mithilfe auf.

Bevor Sie helfen, prüfen Sie: Gefährden Sie sich selbst? Ein Ertrinkender kann in Panik um sich schlagen und Helfer unter Wasser ziehen. Nutzen Sie Hilfs­mittel wie Rettungs­ringe oder Luft­matratzen. Nähern Sie sich stets von hinten an.

Bringen Sie die Person mit Hilfs­mitteln an Land – ruhig und kontrolliert. Ist sie bewusstlos, aber atmet, lagern Sie sie in stabiler Seiten­lage. Bei Atem­still­stand sofort beatmen, bei fehlenden Lebens­zeichen mit Herzdruckmassage beginnen. Wasser in den Atem­wegen darf nicht entfernt werden – das kann lebens­gefährlich sein.

Schützen Sie die Person vor Kälte und bleiben Sie bei ihr, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Tipps für Ersthelfer bei Notfällen finden Sie in unserer Videoreihe „Wie kann ich im Notfall helfen?“.

Wasserrettung in Bayern

DLRG und Wasserwacht

Die Kampagne „Sicherheit in und am Wasser“ wird unterstützt von der DLRG Bayern und der Wasserwacht Bayern.


Mit über 1,9 Millionen Mitgliedern und Förderern ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesell­schaft (DLRG) die größte Wasser­rettungs­organisation der Welt. Sie wurde am 19. Oktober 1913 gegründet, nachdem bei einer schweren Tragödie in der Ostsee 16 Menschen ertrunken sind.

Die Wasser­wacht in Bayern ist die größte Gemein­schaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und somit Teil des größten Landes­verbands in Deutsch­land. Sie ist Teil des öffentlich-rechtlichen Rettungs­dienstes und stellt ehrenamtlich den Wasser­rettungs­dienst im Freistaat sicher. Die Wasser­wacht Bayern hat rund 138.000 Mitglieder, davon rund 84.000 aktive.

Zum Podcast

Portraitfoto von Dr. Manuel Friedrich

Dr. Manuel Friedrich, Präsident der DLRG Bayern

„Wasser ist Leben, gibt Leben - oder nimmt es. Die DLRG Bayern informiert über sicheres Verhalten und mahnt: Kindern frühzeitig das Schwimmen lernen, nur bewachte Badeplätze aufsuchen und Aufsichtspflicht ernst nehmen!“

Portraitfoto von Landesvorsitzender der Wasserwacht Bayern, Thomas Huber, MdL

Thomas Huber, MdL, Landesvorsitzender der Wasserwacht Bayern

„Unsere Einsatzkräfte trainieren das ganze Jahr über, damit im Notfall jeder Handgriff sitzt. Gerade im Sommer sind sie dann besonders gefordert. Wir appellieren daher an alle Schwimmerinnen und Schwimmer, jetzt zum Beginn der Badesaison und auch über den ganzen Sommer hinweg, ihre Kräfte nicht zu überschätzen.“

Innenminister Joachim Herrmann im Interview

Joachim Herrmann, MdL, Bayerischer Innenminister

„Genießen Sie unsere bayerischen Gewässer. Aber nehmen Sie die Gefahren ernst! Und: Wer helfen will, muss an den Eigenschutz denken. Niemandem ist geholfen, wenn aus einem Notfall zwei werden.“

Ehrenamt bei der Wasserrettung

Wie kann ich mich engagieren?

Sie interessieren sich für ein Ehrenamt bei der Wasserrettung?

Für konkrete Fragen zur Mitgliedschaft und zu den Ausbildungsangeboten wenden Sie sich gerne an Ihre Wasserwacht Bayern oder DLRG vor Ort: