Zivil-militärische Zusammenarbeit

Unter zivil-militärischer Zusammenarbeit wird das Zusammenwirken von zivilen und militärischen Kräften in allen denkbaren Bereichen verstanden. Sie ist auch im Katastrophenschutz fest verankert und Grundlage dafür, dass die Bundeswehr einen wichtigen Baustein im bayerischen Hilfeleistungssystem darstellt. 

Staatsminister Herrmann ist Major der Reserve
© Rudolf Cermak, BRK

Wenn Sie durch die Katastrophenschutzbehörden angefordert wird, unterstützt die Bundeswehr die zivilen Einsatzkräfte subsidiär im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei der Bewältigung von großen Schadensereignissen. Die Anforderung von Unterstützungsleistungen kommt insbesondere dann in Betracht, wenn die örtlich und überörtlich verfügbaren zivilen Einsatzkräfte zur Bewältigung des Schadensereignisses nicht ausreichen oder die Bundeswehr über erforderliches Spezialgerät verfügt. Wesentliches Ziel der zivil-militärischen Zusammenarbeit ist es deshalb auch, bereits im Vorfeld die möglichen Unterstützungsmöglichkeiten durch die Bundeswehr abzustimmen.

Eine bedeutende Aufgabe der zivil-militärischen Zusammenarbeit liegt demnach im ständigen Informationsaustausch zwischen der zivilen und der militärischen Seite. Der vertikalen Gliederung der bayerischen Katastrophenschutzbehörden in Bayerisches Staatsministerium des Innern, Bezirksregierungen und Kreisverwaltungsbehörden stehen auf militärischer Seite das Landeskommando Bayern, die Bezirksverbindungskommandos und die Kreisverbindungskommandos gegenüber. Dies ermöglicht eine ebenengerechte und gebietsbezogene Zusammenarbeit. Die Kenntnis über die jeweiligen Arbeitsabläufe und Strukturen der Bundeswehr beziehungsweise der zivilen Behörden und Einsatzorganisationen wird darüber hinaus auch durch die Beteiligung der Bundeswehr an Katastrophenschutzübungen gefestigt.

Mit der Strukturreform der Bundeswehr haben die Reservisten auch bei der zivil-militärischen Zusammenarbeit eine wesentlich stärkere Bedeutung erhalten. Aus ihnen werden nicht nur die bereits erwähnten Bezirks- und Kreisverbindungskommandos, sondern auch die neu geschaffen und im Katastrophenfall mit Unterstützungsleistungen betrauten Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte gebildet.